03. April 2018

Zwischen Schulstoff und Netflix

Volle Terminpläne gehören plötzlich zum Leben eines Lernenden. Arbeit, Schule, Hobbys, Freunde. Alles gehört unter einen Hut gepackt. Wichtig ist da eine gute Organisation. Besonders, wenn man seine Lehre im M-Profil absolviert – so wie Angéline Reichenbach, Lernende bei Hotelplan Suisse.

Angéline Reichenbach
Angéline Reichenbach in der Schule.

So, nach all den Blogs über meine Erfahrungen im Betrieb, erzähle ich euch dieses Mal etwas über die Schule.

Ich absolviere meine Lehre im sogenannten M-Profil. Das M steht für Matura, denn nebst dem EFZ (Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis) schliesse ich meine Ausbildung mit der Berufsmaturität ab. Alternativ kann man auch das E- oder das B-Profil wählen. Bei diesen hat man im 1. und 2. Lehrjahr jeweils zwei Tage und im 3. Lehrjahr nur noch einen Tag Schule. Ich hingegen besuche während meinen drei Lehrjahren jeweils zwei Tage pro Woche die Berufsschule.

Sind die Aufnahmeprüfungen wirklich so schwierig?

Natürlich ist das bei jedem unterschiedlich. Ich persönlich fand die Aufnahmeprüfung für die Berufsmatura in manchen Fächern schwieriger, in anderen weniger. In Französisch und Englisch hatten wir jeweils nur 30 Minuten Zeit pro Prüfung. Das war ziemlich stressig, vor allem, weil man einen Text lesen und einen Mini-Aufsatz schreiben musste. Doch mir selbst haben die Sprachprüfungen für die Durchschnittsnote sehr geholfen, denn in Mathe bin ich nicht gerade ein Genie.

Ich würde es jedem zukünftigen Lernenden sehr empfehlen, einen Prüfungsvorbereitungskurs zu besuchen, denn da bespricht man alle Themen, die vorkommen und erhält Dossiers mit Übungen. So war es jedenfalls bei mir. Dann finde ich es ganz wichtig, so viele Probeprüfungen wie möglich zu lösen, damit man den Prüfungsaufbau kennt und sich in etwa vorstellen kann, welche Prüfungsaufgaben vorkommen könnten.

Schreibtisch
Nach der Lektion siehts dann jeweils etwas unaufgeräumter aus auf meinem Pult.

Ruhige Kugel oder voll Stress?

Die Lehre kann schon recht anstrengend sein, vor allem die Berufsschule und erst recht, wenn man noch verschiedene Hobbys hat. Ich zum Beispiel kann leider nur noch einmal pro Woche ins Karate, früher ging ich zweimal. Im M-Profil muss man auf jeden Fall jedes Wochenende etwas für die Schule machen und bei Prüfungen am Vorabend repetieren. Ich habe es mir so eingeteilt, dass ich am Wochenende alle Hausaufgaben erledige und Prüfungszusammenfassungen schreibe, damit ich die ganze Woche noch Zeit zum Lernen habe.

Zusammenfassungen sind sehr empfehlenswert, die kann man beim QV (Qualifikationsverfahren) am Ende der Lehre sowieso wieder gebrauchen. Die Hausaufgaben beanspruchen generell nicht allzu viel Zeit. Im M-Profil hat man jedoch sehr viel Prüfungsstoff, und es wird alles detailliert abgefragt. Ich habe dennoch genug Freizeit, um mich mit Freunden zu treffen, Dinge für die Pfadi zu planen oder einfach mal Netflix zu schauen.

In der Berufsschule hatte ich das Glück, zwei coole und lustige Mitschülerinnen kennenzulernen, die ich gleich ins Herz geschlossen habe. Sie sind nun auch nicht mehr nur meine Schulfreundinnen, sondern wir treffen uns auch gern ausserhalb der Schulstunden und quatschen oder gehen shoppen.

Angéline Reichenbach mit zwei Schulfreundinnen
Shoppen und Schule: Meine beiden Schulfreundinnen, die ich nicht nur in der Schule treffe.

Der Schulalltag

Schon mal vorab: Bei allen Fächern habe ich mindestens eine Doppelstunde, sprich 90 Minuten Unterricht. Dieser geht aber meistens schnell vorbei. Am Donnerstag beginnt mein Schultag mit Deutschunterricht. Zur Zeit analysieren wir literarische Texte. «Then we improve our english» – da freue ich mich am meisten auf unseren Trip nach Irland Ende 2019.

Fast Food
Fast Food in der kurzen Mittagspause

Während der anschliessenden Mittagspause von einer Stunde holen wir uns meistens in der Migros etwas zu essen. Danach haben wir W und G, sprich Wirtschaft und Gesellschaft. Dieses Fach ist bei uns eins der wichtigsten, da es in der kaufmännischen Ausbildung der Schwerpunkt ist. Zur Krönung des Tages bleibt noch Mathe mit Binomen, Gleichungen und Additionsverfahren.

Der zweite Schultag am Freitag beginnt sehr früh mit Französisch. Aktuell lernen wir neue Zeitformen wie den Subjunktiv. Anschliessend zwei Lektionen Sport (oder nach sechs Wochen wieder drei Wochen schwimmen) und zwei Lektionen FRW (Finanz- und Rechnungswesen). Den Nachmittag starten wir mit Geschichte. Dieses Fach besuchen nur Schüler im M-Profil. Am Ende des Tages schliessen wir die Woche mit IKA (Information, Kommunikation und Administration) ab, da lernen wir, richtig mit Word, Excel und Powerpoint umzugehen. Danach gehts ab ins wohlverdiente Wochenende.

Wie ihr seht, ist mein Schulalltag abwechslungsreich, aber auch anstrengend. Falls ihr etwas über meinen Arbeitsalltag wissen möchtet oder noch Fragen habt, könnt ihr gern meinen Blogbeitrag dazu lesen oder kommentieren.

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