07. November 2017

Zwei Mamis und zwei Papis gewählt

Die Basler Künstlerin Ilknur Bahadir suchte im Rahmen einer Castingshow neue Eltern, weil sie keinen Kontakt zu ihren eigenen hat. Sie erkor gleich zwei Paare zu ihren neuen Eltern.

Ilknur mit neuen Eltern
Ilknur Bahadir (Mitte) mit ihren vier neuen Elternteilen: Ines, Thömes, Gerda und Michael (von links).
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Sie mussten für Ilknur das Znüni bereit machen, das Velo flicken und ihr während eines Trosttelefonats den richtigen Rat geben – in sechs Challenges traten die zwei eingeladenen Paare am Sonntag gegeneinander an. Dass Ilknur Bahadir, die mittels eines Castings neue Eltern suchte, zwei Paare ins Finale einlud, war Zufall. «Es haben sich auch viele Einzelpersonen bei mir gemeldet», erklärt Ilknur Bahadir. Fast 40 Bewerbungen waren bei ihr eingegangen, 17 BewerberInnen aus der ganzen Schweiz hatte sie im Anschluss besucht. Bei den beiden Finalistenpaaren sei von Anfang an der Funke übergesprungen. «Ich war sofort hin und weg von ihnen», so Bahadir.

Ilknur Bahadir auf der Bühne, auf der sie am Sonntag ihre neuen Eltern erkor.

Rund 150 Zuschauer – darunter viele Kinder – sind am Sonntag zur Live-Casting-Show gekommen. Sie beobachteten Ilknur Bahadir und die Jury beim Auswahlverfahren. Zwischen den Challenges sorgte ein Chor aus Kindern für das Musikprogramm. «Es herrschte eine richtige Kindergeburtstags-Stimmung. Das war super.»

Bei der Entscheidung wurde es spannend: Wen würde Ilknur als neue Eltern küren? Sie entschied sich kurzerhand für – alle: Gerda und Michael aus Bern sowie Ines und Thömes aus Waldkirch sind ab sofort ihre neuen Eltern. «Ich habe jetzt zwei Mamis und zwei Papis, ist das nicht toll?», so Bahadir. Sie findet: Man kann nicht genug liebe Leute um sich herum haben. Froh ist sie darüber, dass sich auch die Elternpaare untereinander gut verstehen.

Nach der Show habe es ein geselliges Beisammensein gegeben. «Jetzt startet das richtige Kennenlernen.» Das Kunstprojekt, in das sie ihre Suche verpackt hat, ist beendet. Das heisst: Was ab jetzt geschieht, ist privat. «Nun geht es so weiter, wie das für uns alle in Ordnung ist. Ich glaube aber, wir werden eine lustige Zeit haben.»

Ilknur Bahadir ist sehr zufrieden. Sie sei am Sonntagabend glücklich ins Bett gefallen. «In den letzten Monaten habe ich viel Liebe von verschiedensten Fremden erfahren dürfen.» Und nun werden vier Fremde sogar zu ihrer Familie.

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