11. Oktober 2017

Zurück auf Anfang

Die Gartenbloggerin träumt von einem gartentechnischen Neuanfang. Was aber auch einfach daran liegen mag, dass sie grad ein bitzeli herbstmüde ist.

Frau Bohneblueschts Garten in den 70er Jahren
Am Anfang waren zwei Blautannen: So sah der Garten der Gartenbloggerin respektive ihrer Eltern anfangs der 70er-Jahre aus (Bild: privat).
Lesezeit 2 Minuten

Zurzeit mach ich nichts anderes als zurückschneiden, zurückbinden, zurückstutzen. Was man halt so macht, wenn einem der Garten im Lauf des Jahres und peu à peu über den Kopf gewachsen ist und der Winter vor der Tür steht. Denn schliesslich will man das Gartenjahr schön ordentlich abschliessen und das bedeutet halt ... siehe oben.

Und während ich so zurückschneide, zurückbinde, zurückstutze, schiesst mir der Gedanke durch den Kopf, wie schön es doch wäre, gartentechnisch nochmals ganz von vorne anfangen zu können. Statt ... siehe oben ... könnte ich mich jetzt durch Stapel von Gartenbüchern lesen, Pläne zeichnen und wieder verwerfen, meterlange Nice-to-have-Pflanzenlisten führen und mir (vorausgesetzt, ich gewinne im Lotto) endlich den Traum eines Gewächshauses erfüllen. Vor allem aber müsste ich keine einzige Sekunde damit verschwenden, mir zu überlegen, wo ich denn nun noch die Gartenschere ansetzen könnte, damit ich in der nächsten Gartensaison Platz für wenigstens ein, zwei Neupflanzungen habe.

Denn das ist der grosse Nachteil an älteren Gärten wie dem meinigen: Was vor über 40 Jahren mit ein, zwei Solitären (Blautannen, damals der letzte Schrei!), sechs, sieben Edelrosen (ich seh noch meinen Vater mit der fetten Giftspritze auf dem Rücken ...) und ganz viel englischem Rasen (der sich dank meinem Bruder und mir schon ein, zwei Fussballturniere später in einen Sumpf verwandelt hatte) begann, ist heute ein, nun ja, gut eingewachsener Garten. Wobei man den Begriff «eingewachsen» mit «zugewachsen» ersetzen könnte. Womit wir wieder beim Zurückschneiden, Zurückbinden, Zurückstutzen wären.

Aber vielleicht bin ich ja auch grad einfach ein bitzeli herbstmüde. Der Duden kennt den Begriff zwar so nicht, aber alle, die wie ich grad müde in die müde Herbstsonne blinzeln und sich am liebsten in einem Haufen Laub (Mist, Laubrechen sollte ich auch noch!) zusammenrollen würden, können sicherlich nachvollziehen, was ich meine.

Und drum lass ich das Zurückschneiden, Zurückbinden, Zurückstutzen jetzt einfach mal sein und verzieh mich mit ein paar Gartenbüchern aufs Sofa. Pläne wälzen kann man immer. Und irgendwo wird sich dann schon noch ein Plätzchen finden für all die Neuerwerbungen, die aus diesen Plänen resultieren werden. Hoffe ich zumindest.

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