15. November 2017

Zukunftstag

Brave New Girl blickt leicht wehmütig zurück auf den Kinderblick in die Zukunft.

Noch alles möglich: Kinderblick in die Zukunft (Bild: Pixabay.com)
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Damals, als wir klein waren und gross träumten. Als wir Räuber und Poli waren. Als wir als mutige Entdeckerinnen auf zu hohen Bäumen rumkletterten und uns die Knie aufschürften. Als wir Prinzessinnen waren, die eigentlich wussten, dass sie sich auch selber befreien konnten.

Als wir als Ärztinnen die Leben unserer Stofftiere retteten und als Detektivinnen die Rätsel verschollener Gegenstände im unaufgeräumten Kinderzimmer lösten. Als wir als Astronautinnen zum Mond fliegen wollten. Oder uns als Meeresbiologinnen bis zu den Monstern in dunkelste Meerestiefen hinuntergewagt hätten.

Am 9. November war Zukunftstag. Und all die Träume meiner Kindheit kamen in Form von gwundrigen Knirpsen in mein Büro und meinen Kopf zurück. Der unschuldige Grössenwahn. Das naive Gefühl der Unbesiegbarkeit. Der Wunsch, es später den Superheldinnen gleich zu tun.

Auf dem Nachhauseweg fragte ich mich: Was wollte wohl die Anzug tragende Bankfrau auf dem Zürcher Paradeplatz mal werden, als sie klein war? Wovon träumte der Steuerbeamte, als er noch verwegen war? Wann hat die Konzernleiterin entschieden, dass sie wohl doch kein Rockstar wird? Und wann wurde aus dem Postmann doch kein Prinz?

Irgendwann wurden aus strahlenden Augen müde Blicke morgens im Tram. Aus selbstgemachten Verkleidungen irgendwelche Uniformen. Raus aus der Illusion, rein in die Realität. Und das ist okay. Und doch an jedem Zukunftstag wieder bittersüss.

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