21. Februar 2018

Zelebrierte Zweisamkeit in Vorarlberg

Das Gams Geniesserhotel im Vorarlberger Dorf Bezau bezeichnet sich als «romantischstes Kuschelhotel der Alpen». Einzigartig ist das Vier-Sterne-Haus bestimmt.

Gams Geniesser- und Kuschelhotel Bezau
Die Aussenansicht des Gams Geniesser- und Kuschelhotels, das sich mitten im Dorf von Bezau befindet (Bild: Petr Blaha).
Lesezeit 3 Minuten

Das Dorf Bezau mit seinen knapp 2000 Einwohnern kann nicht gerade als Nabel der Welt bezeichnet werden. Immerhin hat der österreichische Ort im Bregenzerwald, eine Autostunde östlich von St. Gallen entfernt, das Marktrecht. Doch deswegen plant kaum jemand einen Besuch ein. Zu den Hauptattraktionen zählt das von Bauernhöfen umgebene «Gams Geniesser- & Kuschelhotel» mit 58 Zimmern, zwei Restaurants und einem modernen Spa mit Aussenpool.

Das Zimmer 252 im «Gams».

«Mein Partner Andreas Mennel (48) und ich haben das Haus 1996 von meiner Grossfamilie übernommen. Damals, als das Hotel eine Sauna und ein Dampfbad hatte, war uns klar, dass es ohne Wellness nicht geht, aber nur mit Wellness auch nicht», sagt die junggebliebene Unternehmerin Ellen Nenning (45) an der Bar ihres Hotels, dessen Geschichte bis 1648 zurückreicht. «Wir wollten ein Angebot, das wetter- und saisonunabhängig ist, und haben uns ganz dem Thema «Zeit zu zweit» verschrieben. Das trifft die Menschen mitten ins Herz, denn es gibt nichts Wertvolleres, als Zeit mit seinem Schatz zu verbringen.»

Schlechterwetterprogramm: das Spa (Bild: zVg).

Ein grosser Teil der Gäste seien Eltern, die für einmal ohne Kinder verreisen wollen. Das heisst: Das «Gams» ist nur für Paare; Einzelreisende und Familien sollten sich eine andere Adresse suchen. Die Nacht gibt es ab 228 Euro pro Person inklusive Frühstücksbuffet von 8 bis 12 Uhr, einem kulinarisch gleichermassen romantischen wie hochstehenden Mehrgänger am Abend von 19 bis 21 Uhr sowie dem Eintritt ins «Da Vinci Spa». Als Alternative kann man auch ein «Pyjama-Frühstück zu zweit» im Bett geniessen. Das ist gegen einen Zuschlag von 12 Euro möglich. Im Mitglied der Geniesserhotels mit 60 Mitarbeitenden steht der Pfälzer Zwei-Hauben-Koch Sascha Hoss in der Küche, Sommelier Reinhard Bischof verantwortet über 10 000 Weinflaschen, die man entweder im hauseigenen Keller oder im begehbaren Weinschrank, der sich in der Lobby auftürmt, inspizieren kann. Nenning erklärt: «Über 50 Prozent der Weine, die wir im Angebot haben, stammen von Winzern, die wir persönlich kennen.» Deshalb verwundert es nicht, dass die Mehrheit der Tropfen aus österreichischen Provenienzen kommt, was die Gäste sehr schätzten: Rund 65 Prozent der Kunden sind Schweizer, die gern geniessen, die Nähe schätzen und eben die Zeit zu zweit.

Die Kulinarik wird im Hotel gross geschrieben, wie die riesigen Buffets zeigen.

Das derart auf die Zweisamkeit getrimmte Angebot ist ziemlich einzigartig im voralpinen Raum – und es überzeugt. Der Service ist freundlich und aufmerksam, die Zimmer sind mit ihrem eigenwilligen Design kuschelig eingerichtet, die Küche auf sehr hohem Niveau. Schade nur, dass bei der Anreise nicht sofort ersichtlich ist, wo man den Wagen parkieren kann, im kleinen Fitnessraum Wasser fehlt und das Wi-Fi nicht immer tadellos funktioniert. Trotzdem: Das Hotel ist wie eine eigene Destination, die eben tatsächlich unabhängig von Wetterkapriolen ist, denn bei Regenwetter kann man locker 48 Stunden hinter den Mauern des geschichtsträchtigen Hauses verbringen. Es gibt weder schreiende Kinder noch Massenaufläufe vor dem riesigen Frühstücksbuffet oder der Käseauswahl. Alles scheint romantisiert und gediegen.

Der Bregenzerwald, das Zuhause des «Gams», ist allerdings durchaus selbst eine Reise wert. Ellen Nenning bringt es auf den Punkt: «In unserer Region gilt: Alles kann, nichts muss. Wir haben keine Superlative, aber alles in Perfektion.» So fährt man mit dem Skibus in nur fünf Minuten nach Mellau am Fusse des grössten Skigebiets in der Umgebung. Schneeschuhwandern und Langlaufen kann man direkt vom Hotel weg. Bezau befindet sich jedoch nur 650 Meter über Meer und leidet unter dem Klimawandel: Als schneesicher kann man den Ort deshalb nicht bezeichnen. Nenning rät trotzdem zum «wildromantischen Waldweg», der zum Schlitteln einlädt. Im Sommer eigne sich die Region auch zum Wandern und Biken. Bezau hat auch einen Barfussweg.

Vorschlag für einen Ausflug: Bregenz am Bodensee

Und der Ort befindet sich auf der Käsestrasse Bregenzerwald, einem Zusammenschluss von Bregenzerwälder Bauern, Wirten, Handwerkern und Betrieben. Zahlreiche Schilder weisen auf die Möglichkeit hin, das Milcherzeugnis direkt ab Hof zu kaufen, etwa im «Rouklädele» von Sarah Geser und Artur Greussing am Ellenbogen 197 oder bei «Bentele Genuss» in Alberschwende, wo man auch Brände, Bienenprodukte, Speck, Wurst und Konfi einkaufen kann. Ja, und je nach Wetter, lohnt sich ein Abstecher ins gut 30 Fahrminuten entfernte Bregenz am Bodensee. Liebhaber österreichischen Weins werden dort bei «Wein & Co» in der Fussgängerzone fündig. Und an den bekannten Bregenzer Festspielen steht wie vergangenes Jahr ab Mitte Juli «Carmen» auf dem Programm.

«Carmen» steht auch 2018 auf dem Programm der Bregenzer Festspiele.

Die Recherche dieser Reise wurde unterstützt vom Gams Geniesser- und Kuschelhotel.

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