17. Mai 2016

Wo das Tessin am schönsten ist

Wo schläft man im Tessin am besten? Welches sind die originellsten Grotti? Und wo warten traumhafte Landschaften auf Wanderer? Die Geheimtipps für Tessin-Reisende und -Ausflügler.

Ins Tessin mit dem Postauto
Ins Bedretto mit dem Postauto, ...
Kurhaus Cademario
Kurhaus Cademario

Gut geschlafen

1. Kurhaus Cademario in Cademario: Das Vier-Sterne-Hotel mit Fünf-Sterne-Niveau liegt unglaublich privilegiert – hoch über Lugano, 850 Meter über Meer mit einer unvergesslichen Aussicht auf den Luganersee. Am bequemsten geniesst man diese Aussicht vom Aussenpool des über 2000 Quadratmeter grossen Spa. Das historische Haus, das vor drei Jahren komplett neu gestaltet wurde, bietet neben 82 Zimmern zwei Restaurants, eine Bar und eine riesige Parkanlage. Cademario gehört zu den sonnigsten Orten der Schweiz, ist sehr ruhig und eignet sich deshalb zum Ausspannen. Die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist kein Problem: Gleich vor dem Hotel befindet sich eine Postautostation. Zimmer gibt es ab 205 Franken inklusive einem üppigen Frühstücksbuffet. Tipp: Gönnen Sie sich ein Seesichtzimmer gegen einen Aufpreis von 50 Franken.
www.kurhauscademario.com

2. Locanda Orelli in Bedretto: Das ruhig gelegene Bed&Breakfast mit bloss fünf Zimmern, klassischer Tessiner Küche und einem grossen Weinkeller befindet sich mitten im Bedrettotal, auf 1400 Meter über Meer, umgeben von einer alpinen Landschaft. Zimmer ab Fr. 113.-.
www.locandaorelli.ch

3. Villa Orselina in Orselina: Boutique- und Luxushotel mit nur 28 Zimmern und Suiten, oberhalb von Locarno und damit super Aussicht auf den Lago Maggiore. Zimmer ab Fr. 390.-
www.villaorselina.ch

4. Hotel Dante in Lugano:
Eines der sympathischsten Stadthotels der Schweiz, sehr freundliches Personal, im Herzen Luganos und trotzdem ruhig gelegen. Zimmer ab Fr. 279.-.

5. Resort Collina d’Oro in Agra: Hotel und Spa mit fünf Sternen oberhalb von Lugano, am Hügel Monte Croce. 43 Zimmer (nur wenige mit Seeblick), ruhig gelegen, grosser Pool, Angebot von Well-Aging-Therapien. Zimmer ab Fr. 320.-.
www.resortcollinadoro.com

WANDERUNGEN

Strada degli Alpi
Strada degli Alpi

Vom Heidelbeerweg bis zur Himmelsrampe

6. Strada degli Alpi: Die schöne Höhenwanderung führt über mehrere Alpen im oberen Tessin. Für Deutschschweizer bietet sich die Tour sogar als Tagesziel an – mit mehreren Kombinationsmöglichkeiten. Klassisch ist, mit der Bahn nach Airolo zu reisen, weiter mit dem Bedretto-Postauto bis Airolo Funivia und danach mit der Seilbahn bis nach Pesciüm auf fast 1800 Meter über Meer. Die Strada degli Alpi Bedretto führt Richtung Nufenenpass. Alternative: der Heidelbeerweg, die Sentiero alta Bedretto.
www.migmag.ch/strada

7. Vier-Quellen-Weg: Start ist auf dem Gotthardpass, und weiter geht es via den Lucendro-Stausee und den gleichnamigen Pass über Rosso di fuori bis zur tiefer gelegenen Piansecco-Hütte. Am Fuss des Lucendropasses befindet sich übrigens die Quelle der Reuss.
www.vier-quellen-weg.ch

8. Das Bavonatal: Es zweigt vom Maggiatal ab und ist sehr ursprünglich, hat keinen elektrischen Strom und wird nur im Sommer bewohnt. Ausgangspunkt ist Bignasco. Unterwegs durchquert man Kastanienwälder. Das Dorf Foroglio ist dank seines spektakulären Wasserfalls bekannt, der sich über 100 Meter in die Tiefe stürzt. Im Grotto La Froda gibts typische Tessiner Küche.
www.ticinotopten.ch

9. Der Höhenweg Monte Tamaro–Monte Lema: Unterwegs trifft man auf der Alpe Foppa auf die Bergkapelle Santa Maria degli Angeli von Mario Botta, die sich wie eine Rampe himmelwärts richtet. Auf dem Gratweg präsentiert sich eines der besten Panoramen der südlichen Tessiner Berge. Anreise mit S-Bahn bis Rivera-Bironico und weiter mit Gondelbahn zur Alpe Foppa, zurück mit der Seilbahn Monte Lema nach Miglieglia und dem Bus nach Rivera-Bironico. Beste Zeit ist von Mitte Juni bis Mitte Oktober.
www.montetamaro.ch

10. Cardada–Mergoscia: Eine stetig abwärts gehende Wanderung mit atemberaubender Panoramasicht. Anreise bis Locarno, weiter mit der Standseilbahn FLMS bis Madonna del Sasso, dann mit der Seilbahn zur Bergstation von Cardada. Zu Fuss an der Cimetta Cardada vorbei hinab nach Mergocscia am Speichersee Lago di Vogorno. Zurück mit dem Bus 312 nach Locarno.
www.cardada.ch

BERGSEEN

Bergsee im Val Piora
Bergsee im Val Piora

Wo das Wasser kühl und glasklar ist

11. Die spiegelglatten Bergseen im Val Piora begeistern. Sie sind, eingebettet in einer fast unberührten Landschaft, ein Paradies der alpinen Gewässer. Eine Wanderung um die Seen ist im wahrsten Sinn des Wortes kinderleicht oder anders ausgedrückt: Der Rundweg eignet sich für Kinder und Hunde. Tipp: der Naturlehrpfad am Lago Ritom. Ausgangspunkt ist übrigens Piotta, von dort geht es weiter mit der Standseilbahn nach Ritom.
www.migmag.ch/valpiora

12. Der Lago di Morghirolo liegt idyllisch in einer Mulde, bewacht vom über 3000 Meter hohen Pizzo Campo Tencia. Allerdings muss man ganz schön viel Aufwand betreiben, um ihn zu erreichen, denn das Bergdörfchen Dalpe ist Ausgangspunkt. Es liegt 1200 Meter über Meer auf einer Hochebene am Eingang des Piumognatals. Zuerst geht es zur Capanna Campo Tencia, ein Aufstieg, der über Wälder und Alpen bis auf über 2000 Meter führt. Die SAC-Hütte ist das Reich von Hüttenwart Franco Demarchi, der immer ein paar Wandertipps zur Leventiner Bergwelt auf Lager hat.
www.migmag.ch/morghirolo

13. Der Ausflug zu den Bergseen von Tremorgio und Leìt im Leventinatal eignet sich für alle, die es gern gemütlich nehmen, denn die Seilbahn erspart den Aufstieg und führt vom Tal bis zur Alpwirtschaft Tremorgio, wo sich der erste Bergsee präsentiert. Die Gegend ist bekannt für Mineralien und ihre Blütenpracht, Ausgangspunkt für die Seilbahnfahrt ist Rodi/Prato Leventina.
www.migmag.ch/tremorgio

14. Blaugrün leuchtet der Griessee, der sich auf fast 2500 Meter über Meer befindet. Wer Glück hat, begegnet Murmeltieren. Diese Höhe heisst aber auch: Die Anreise mit dem Postauto zur Alpe di Cruina im Bedrettotal ist nur von Ende Juni bis Mitte Oktober möglich. Marschzeit: gut 4 ½ Stunden.
www.migmag.ch/griessee

15. Noch ein Tipp im Bedrettotal: All’Acqua auf gut 1600 Meter über Meer ist der Startpunkt zum Laghetto delle Pigne. Das Seelein auf fast 2300 Meter über Meer erreicht man nach höchstens zwei Stunden Aufstieg. Es ist nach einem Steinbruch benannt und begeistert mit seinen Farben, die mal blau, grün oder grau schimmern und wunderbar mit dem Wollgras kontrastieren. Übernachtungstipp: die Capanna Piansecco. Sie ist beliebt als Basis für Wanderer und Kletterer.
www.migmag.ch/pigne

GROTTI

Grotto Bundi in Mendrisio
Grotto Bundi in Mendrisio

Wo das Essen authentisch ist

16. Das Grotto Bundi in Mendrisio am Fuss des Monte Generoso hat eine fast 100-jährige Tradition und ist bekannt für die Trockenfleisch- und Käseplatten, Vitello tonnato, Minestrone und Polenta. Auffallend: Der Spitzenwein Sassi Grossi von Gialdi kostet hier nur 65 Franken. Das rotgelbe Haus mit der Terrasse unter alten Kastanien befindet sich am Ende der sehenswerten Via alle Cantine, wo es viele andere Grotti mit privaten Weinkellern gibt.
www.grottobundi.com

17. Romantisch am Seeufer: Das Grotto dei Pescatori in Caprino bietet Sicht auf Lugano, Castagnola und Candria. Hier gehen die Tessiner essen. Es ist selbst im Hochsommer angenehm kühl. Wir empfehlen: Safranrisotto, Vitello Tonnato oder einen Teller mit Aufschnitt. Achtung: Das Grotto ist nur per Boot – ab Lugano – erreichbar (vor allem für den Abend Fahrpläne konsultieren oder sonst in ein Wassertaxi steigen).
www.grottodeipescatori.ch

18. In der politischen Gemeinde Alto Malcantone, genauer in Arosio zwischen Lugano und Bellinzona, befindet sich das Grotto Sgambada. Im kleinen Lokal, das sich auf einer Anhöhe befindet, empfehlen wir die hausgemachten Gnocchi und die Rippchen. Der Nachwuchs freut sich über den Kinderspielplatz.
www.grottosgambada.ch

19. Authentische Tessiner Spezialitäten werden auch im einfachen Grotto Val D’Ambra in Personico nördlich von Bellinzona gekocht. Wer will, kann aber auch Fondue, Alpkäse oder Schmorbraten ordern. Die Atmosphäre ist unkompliziert und familiär. Ausladende Kastanienbäume und grosse Felsblöcke spenden im Sommer erfrischenden Schatten.
www.grottovaldambra.ch

NICHT VERPASSEN!

Bergdorf Indemini
Bergdorf Indemini

Schmuggler, Winzer und eine Beiz ohne Punkte

20. Das abgeschiedene Bergdorf Indemini erreicht man auf einer der schönsten Postautostrecken der Schweiz nach 132 Kurven. Start ist in Magadino am Lago Maggiore. In Indemini selbst nimmt das Leben einen ruhigen Lauf. Noch knapp 60 Einwohner zählt das Bergdorf. Hier werden Ferienwohnungen in Rusticos vermietet, denn Hotels gibt es nicht. Im Ristorante Grotto Indeminese kommen Risotto mit Pilzen, Ossobuco oder Brasato mit Polenta auf den Tisch. Hier kocht Fausto Domenighetti, der auch Chauffeur des Postautos ist. Achtung Handybenützer: Die Grenze zu Italien ist so nah, dass das italienische Netz dominiert.
www.lunasole.ch

21. Der Monte San Giorgio in Meride ist Unesco-Welterbe und eine der weltweit wichtigsten Meeresfossilienlagerstätten. Das von Mario Botta umgebaute und erweiterte Fossilienmuseum wurde im Oktober 2012 eingeweiht und zeigt eine Auswahl versteinerter Tiere und Pflanzen.
www.montesangiorgio.org

22. Deutschschweizer Winzer wie Daniel Huber, Werner Stucky, Christian Zündel, Adriano Kaufmann oder Kopp von der Crone/Visini haben für eine erhebliche Qualitätsverbesserung des Tessiner Merlots gesorgt. Weniger in den Schlagzeilen ist die Jungwinzerin Cristina Monico (36) von der Fattoria Moncucchetto aus Lugano: Ihr Merlot und ihr Bianco aus Chardonnay und Viognier sind echte Überraschungen.

23. Das Schweizer Zollmuseum in Cantine di Gandria befindet sich am Ufer des Luganersees, umrahmt von üppigem Grün. Von der Terrasse aus präsentiert sich der Monte Brè. Warenschmuggel, Drogenfahndung, Wirtschaftskriminalität, Migration, Edelmetallkontrolle, Arten- und Kulturgüterschutz – Besucher erhalten im Zollmuseum Einblick in den Arbeitsalltag von Grenzwächtern und Zöllnern in der Schweiz, von der Gründung des Bundesstaats 1848 bis heute.
www.zollmuseum.ch

24. In Contra befindet sich das Ristorante Senza Punti. Im Gourmetlokal «ohne Punkte» oberhalb von Tenero gibt es nur 14 Plätze an drei Tischen und keine seitenlange Menükarte, sondern jeweils ein saisongerechtes Vier-Gang-Menü.
www.senza-punti.ch

Karte mit den Tessiner Hotspots
Karte mit den Tessiner Hotspots

Lesertipp

Adolf Rüegg und Partnerin in Rasa (TI)
Adolf Rüegg und Partnerin in Rasa (TI)

ADOLF RÜEGG: Auf der Heimreise einer längeren Tour durch Südeuropa 1987 haben wir als letzte Station im Tessin haltgemacht. Wir haben viele Täler und Hügel durchwandert und in luftiger Höhe (900 m ü. M. ) Rasa entdeckt, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Rasa ist nur zu Fuss erreichbar oder mit der Luftseilbahn von Nucleo di Verdasio im Centovalli aus.
www.camporasa.ch

Illustrationen: Illumueller.ch

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