21. Mai 2013

Witzigste Vereine der Schweiz

Fechter, Kneipper und Freunde von Landmaschinen – vier Millionen Menschen treffen sich regelmässig mit Gleichgesinnten. Migrosmagazin.ch stellt die zehn ausgefallensten Vereine der Schweiz vor.

Witzigste Vereine der Schweiz
Die witzigsten Vereine der Welt (Bilder: Screenshots)

Fussballer, Schützen, Musiker und Naturburschen kommen in der Schweiz regelmässig in Vereinen zusammen. Wie viele es genau gibt, weiss niemand. Es besteht keine Registrierungspflicht, weshalb eine zuverlässige Übersicht ganz einfach fehlt. Die Studie «Kooperation von Gemeinden und Vereinen» vom Migros-Kulturprozent schätzt, dass es landesweit etwa 100’000 Vereine gibt. 33 Prozent davon sind sportlich aktiv. 21 Prozent kümmern sich um Kulturelles und 11 Prozent um karitative Zwecke. Der Rest fällt in die Kategorie «Hobby und Freizeit». Richtig grosse Vereine gibts nur ganz wenige. Nur etwa fünf Prozent haben über 300 Mitglieder. Laut dem Bundesamt für Statistik engagiert sich die Hälfte aller Schweizerinnen und Schweizer in Vereinen, im Schnitt kommt ein Verein auf 40 Mitglieder. Übrigens: Um einen Verein zu gründen, genügen zwei Menschen sowie Statuten, die an der Gründungsversammlung beschlossen werden müssen.

Diese Einfachheit führt zu einer ganzen Menge an skurrilen Zusammenschlüssen von Menschen, die ausgefallenen und nicht ganz alltäglichen Hobbys nachgehen.

Wie die folgenden zehn Beispiele beweisen:

Skâlî Cladios

Sie verkleiden sich als Ritter und nennen sich Schattenschwertler. Die Mitglieder von Skâlî Cladios spielen Rollenspiele – sogenanntes Live Action Role Play – und nehmen gemeinsam an mittelalterlichen Kulturfestivals teil. Dort treffen sie sich mit Gleichgesinnten aus der Schweiz und Europa. An diesen Veranstaltungen legen die Organisatoren meistens eine Handlung fest, welche die Teilnehmenden mit ihren Kostümen und mitgebrachten Requisiten wie Plastikschwertern nachspielen.

Antonov Club Avianna

Der Verein besitzt ein Flugzeug mit dem klangvollen Namen «Antonov An-2». Es wurde 1978 gebaut, bietet Platz für zwölf Personen und steht in Birrfeld AG. Mit einer Spannweite von 18 Metern gilt der Flugzeugtyp als grösster einmotoriger Doppeldecker der Welt. Ziel des Vereins ist, die knallrote «Rusalka» zu unterhalten und die Freude am klassischen Fliegen einem breiten Publikum weiterzugeben. Mitglieder können an den regelmässig stattfindenden Rundflügen teilnehmen. Als Nächstes plant der Antonov Club Avianna einen Vollmondflug über den Hallwilersee.

DiscDoc-Events

Es braucht einen Hund sowie eine Frisbeescheibe, und schon lässt sich dem «Discdogging» frönen. Im Gegensatz zum klassischen Frisbee rennen Vierbeiner der Scheibe hinterher und fangen sie im Flug. In Amerika ist die Sportart schon seit Langem populär und wird sogar in der Halbzeitpause eines ausverkauften Footballspiels praktiziert (siehe Video). Der Verein DiscDoc-Events will die Sportart in der Schweiz fördern und organisiert deshalb wöchentliche Treffen in den Kantonen Bern und Thurgau. Zudem werden regelmässig Seminare und Wettkämpfe organisiert.

Verein Schweizerischer Kapitäne und Schiffsoffiziere

Wie der Name sagt, können sich alle Schweizer mit den nötigen Schifffahrtspatenten dem Verein anschliessen. Ziel und Zweck ist es, den Berufsstand des Kapitäns zu repräsentieren und die hiesige Hochseeschifffahrt zu fördern. Klingt für ein Binnenland zunächst komisch, ist aber so. Immerhin segelten laut Wikipedia im Jahr 2010 insgesamt 38 Schiffe unter Schweizer Flagge. Zusammen haben sie eine Tragfähigkeit von einer Million Tonnen, was 0,9 Promille der Welttonnage entspricht.

Aviatikbörse Schweiz

Immer am letzten Sonntag im November (24.11.2013, 10 bis 16 Uhr) findet die Schweizer Aviatikbörse in Bassersdorf ZH statt, die der gleichnamige Verein jeweils organisiert. Dort können Luftfahrtbegeisterte Modelle, Bausätze, Bücher, Plakate, Souvenirs und vieles mehr kaufen, verkaufen und tauschen sowie mit Gleichgesinnten fachsimpeln.

Kneipp Verein Berner Oberland

In der Schweiz leben etwa 9000 Menschen nach den Erkenntnissen von Sebastian Kneipp, einem Pfarrer aus dem 19. Jahrhundert. Damit ist eine Art Naturheilkunde gemeint, die Empfehlungen für Bewegung und Ernährung sowie Behandlungen mit Wasser und Kräutern beinhaltet. Der Kneipp-Verein Berner Oberland organisiert Kurse wie Rücken- und Atemgymnastik und monatliche Treffs rund um die Kneipp-Theorien.

Wägelitourclub

Im Zentrum des Wägelitourclubs stehen ein aufgemotzter Einkaufswagen und das Eichhof-Bier. Regelmässig finden Ausflüge statt, die meistens nach dem gleichen Schema ablaufen: Die Mitglieder treffen sich am Freitag mit dem gefüllten Wägeli. Anschliessend findet eine gemütliche Zugreise zum Fuss eines bestimmten Passes (inkl. Apéro) statt. Nach der Fahrt auf die Passhöhe und gemeinsamen Nachtessen gibts ein Mitternachtsfeuerwerk und einen Fussmarsch (inkl. Eichhof-Konsum) ins Tal. Im Dorf wird das Frühstück serviert und wieder die Heimreise angetreten.

Bonsai-Club Zürcher Oberland

Freunde der japanischen Botanik aufgepasst: Der Bonsai-Club Zürcher Oberland mit Sitz in Wetzikon will diese Gartenkunst fördern, die Kenntnisse der Mitglieder erweitern und sich mit anderen Bonsai-Clubs aus der Schweiz und der ganzen Welt austauschen. Auf dem Jahresprogramm steht unter anderem die Prämierung des Baums des Jahres, ein Workshop zum Blattschnitt und zum Fotografieren von Bonsais.

Freunde alter Landmaschinen Sektion Bern

«Ob Räge odr Sunneschyn, die Traktörler u süsch Sammler hei eifach ihre Spliin.» So lautet die erste Zeile eines Gedichts auf der Website der Sektion Bern der Freunde alter Landmaschinen. «Z Röichli wo zum Uspuff use chunnt u obsi stiigt, jetzt ä Zigarre azünte, druuf hocke, fahre u luege obr subr i dr Kurve liet.» Die Begeisterung der Landmaschinenfans ist spürbar. Sie veranstalten monatliche Treffen und gehen gemeinsam an Veranstaltungen wie den Schweizerischen Handdruckspitzen-Wettbewerb.

Gladius et Codex

Willkommen im Mittelalter. Der Verein für historisches Fechten rekonstruiert und trainiert historische europäische Kampfkünste mit alten Waffen wie Langschwert, Dolch und Messer. Zu diesem Zweck treffen sich die Mitglieder jeden Samstag zum Training in Zürich-Wiedikon. Dort gehts nicht nur ums Kämpfen an sich, sondern auch um die Auswertung historischer Dokumente für die Erarbeitung neuer Fechtstile. Impressionen sehen Sie in diesem Videobeitrag.

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