30. April 2019

Wissen für alle

Die Klubschule Migros wird 75 Jahre alt. Ob bei Informatiklehrgängen oder Aerobic-Kursen – sie war ihrer Zeit stets voraus. Heute ist sie mit Abstand die grösste Erwachsenenbildnerin der Schweiz.

Lesezeit 2 Minuten
Klubschul-Angebot aus 75 Jahren

Ein neuer Fitnesstrend ­erreichte die Schweiz: Vor allem Frauen trainierten Ausdauer und Beweglichkeit nun im Takt von hektischer Discomusik. Erstaunlicherweise ­trugen sie bei den schweiss­treibenden Übungen oft Wadenwärmer. Ihr grosses Vorbild war Hollywoodstar und Fitnessikone Jane Fonda.

Die Migros-Zeitung «Brückenbauer» berichtete 1980 über das Phänomen und informierte ihre Leserschaft, dass es sich dabei um Aerobic handelte. Die Klubschule bot damals bereits Kurse zur neuen Trainingsmethode an – eines von vielen Beispielen dafür, dass diese Institution oft ihrer Zeit voraus war.

Unerwartet grosses Interesse
So war das schon bei den allerersten Lehrgängen im Jahr 1944: Im «Brückenbauer» wurden mit einem kleinen Inserat Kurse in Italienisch, Französisch, Englisch, Spanisch und Russisch ausgeschrieben. Der Preis von fünf Franken pro Monat war sensationell günstig. Fremdsprachenkenntnisse seien «für die Nachkriegszeit von besonderer Aktualität», hiess es in der Anzeige. Das Angebot war ein riesiger Erfolg: Statt wie erwartet 200 trafen auf Anhieb 1400 Anmeldungen ein.

Eine zeitlose Idee
Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler hatte die günstigen Sprachkurse angeregt, weil Bildung seiner Überzeugung nach kein Privileg reicher Leute sein durfte. Es werde in der Schweiz viel zu wenig getan, «um den weniger kaufkräftigen Schichten Kulturleistungen und Kulturgüter zugänglich zu machen», schrieb er in einer Broschüre. Wissen für alle – diese zeitlose Idee ist für die Klubschule bis heute zentral.

Ob Malerei, Fechten oder Gesellschaftstanz – die Auswahl an Fächern nahm rasant zu. Stets nutzte die Klubschule neueste technische Möglichkeiten: 1963 kamen Fahrsimulatoren zum Einsatz, um Kursteilnehmer vor Autounfällen zu bewahren. 1984 bot die Klubschule als erste Schweizer Institution Computerkurse an. Die verwendeten IBM-Rechner waren Ungetüme aus grauem Plastik; jeder kostete 9000 Franken.

Heute ist die Klubschule mit ihren Zentren an 50 Orten präsent, oft in der Nähe von Bahnhöfen. Der Weg zu mehr Wissen steht allen offen.

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