Leser-Beitrag
23. Mai 2018

Wir rennen dem Leben hinterher...

...und dabei verrinnt die Zeit und unser kostbares Leben

Frau auf Baum mit Wiese
Lesezeit 3 Minuten

Der Pfingststau wie in jedem Jahr, der Süden ein begehrtes Reiseziel, doch ist dies wirklich sinnvoll? Haben wir nicht auch schöne Gegenden in unserem Umfeld, bei denen es sich lohnt für die wenigen Stunden oder Tage Kraft für den Alltag zu tanken? Sollten wir nicht jede Minute unseres Lebens geniessen, denn wir haben nur dieses eine Leben, das wir oft mit vielem Sinnlosen vergeuden.

Wenn ich mich so umsehe, sehe ich Menschen, denen es nicht bewusst ist, dass uns nur dieses eine Leben geschenkt ist. Doch dieses Geschenk hat ein Ablaufdatum. Es ist nicht selbstverständlich, dass es uns gut geht, wir einen tollen Job, die neuesten Designer-Kleider haben, Ferienreisen zu den schönsten Destinationen machen können.

Ich sehe in aller Achtsamkeit Menschen, die die digitale Welt, wie eine Spinne ihr Netz von permanenter Allgegenwärtigkeit, über deren Alltag gesponnen hat. Sie laufen atemlos und rastlos durch ihr Leben. Atemlosigkeit scheint das neue Lebensgefühl zu sein, wie auch überall dabei zu sein.

Wann schenken wir uns Pausen wenn wir schon einen vollen Terminkalender haben? Oder müssen wir zuerst durch eine Krankheit, Jobverlust oder eine andere einschneidende Lebenssituation dazu gezwungen werden, innezuhalten?

Pause haben bedeutet wieder Luft zu schöpfen, auszuatmen, sich Zeit zu nehmen, sich zu spüren und wieder bei sich anzukommen. Pausen sind so vielfältig, wie das Leben selbst. Atempausen helfen zu leben. Denkpausen benötigen wir um nachzudenken und um uns weiterzuführen. Zwangspausen durch Krankheit oder Verlust zwingen uns, sich freier zu machen. Und auch das Vergnügen braucht mal eine Pause.

Da denke ich an Nietzsche: «Sie steigen wie die Tiere den Berg hinauf, dumm und schwitzend. Man hat ihnen zu sagen vergessen, dass es unterwegs schöne Aussichten gibt».

Zum Glück gibt’s Pausen – und das ist die Schönste aller Aussichten. Wir rennen dem Leben hinterher. Dabei wartet es auf uns, wenn wir nur innehalten würden. Wie können wir erkennen, was wichtig ist?

· Zuerst dankbar sein, für das, was uns das Leben schenkt

· mit Achtsamkeit und Vertrauen lernen, das Leben bewusster wahrzunehmen und dem Leben zu vertrauen.

· Gelassenheit, um stürmische Zeiten zu meistern. Das Loslassen und die Fähigkeit, Ängste und Sorgen überwinden zu können

· herausfinden, was man selbst will, um dann selbstbestimmt danach zu handeln und die kostbare Lebenszeit sinnvoll und erfüllend zu nutzen

Werden wir nicht oft fremd bestimmt? Sich einmal die Frage stellen, was man wirklich benötigt, um glücklich und zufrieden zu leben, im Beruf wie in der Familie oder Gesellschaft. Zu all dem gehört die Erkenntnis, dass ohne Liebe zu sich selbst auch keine Liebe zu anderen Menschen möglich ist, sowie Dankbarkeit für all das, was uns das Leben da so schenkt. Wenn wir lernen, uns auch unsere eigenen Mängel zu verzeihen, können wir besser mit denen anderer Mitmenschen umgehen.

Vielleicht noch ein kleiner Denkanstoss: Mal angenommen: heute wäre dein letzter Lebenstag. Würdest du dann heute das tun, was du dir schon lange vorher vorgenommen hattest? Wenn du diese Frage für mehrere Tage hintereinander mit NEIN beantwortet hast, ist es vermutlich an der Zeit, etwas zu ändern. Gönne dir Zeiten der Entspannung - und lass die Seele öfters mal «baumeln».

Weitere Infos: gestaltedirdeinezukunft.com

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