12. Juli 2017

Ab nach Wien!

Wien gilt als lebenswerteste Stadt der Welt. Wir verraten die besten Adressen und zeigen, weshalb die österreichische Hauptstadt auch im Sommer gefällt.

Museum Moderne Kunst (mumok)
Das MuseumsQuartier begeistert mit seinen Museen wie dem der Modernen Kunst (mumok), Cafés und Bars - auch unter freiem Himmel.
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Zum mittlerweile achten Mal hintereinander hat das Beratungsunternehmen Mercer die österreichische Hauptstadt Wien als Stadt mit der weltweit höchsten Lebensqualität eingestuft. Zur Beurteilung analysierte man 39 Kriterien, die aus Sicht von Mitarbeitern, die ins Ausland entsandt wurden, eine zentrale Rolle spielen.

Die Donaustadt mit ihren knapp zwei Millionen Einwohnern ist auch für Touristen attraktiv und belegt in der Rangliste von Hotelplan Suisse den fünften Platz. Die erste Frage, die sich auf einer Städtereise meist stellt: wo übernachten? Die Antwort: im Hotel Altstadt (Bild oben das Zimmer Harry's Home, zVg) in der Nähe des MuseumsQuartiers. Das Vier-Sterne-Boutiquehotel wurde 1902 als Wohnhaus erbaut und befindet sich im siebten Bezirk Spittelberg, der dank Boutiquen, Bars und Restaurants in den letzten Jahren trendig wurde. Das Haus mit 58 Zimmern und Suiten (teilweise von Stararchitekt Matteo Thun konzipiert) sowie über 300 Kunstwerken auf fünf Etagen ist kein normales Stadthotel und strahlt eine Wohnzimmeratmosphäre aus. Das Frühstücksbuffet ist grosse Klasse. 2016 wurde das «Altstadt» von der Reiseplattform Tripadvisor.com zum besten Hotel Österreichs gekürt. Eine Übernachtung in der Kategorie «Altstadt Reloaded L» ist ab 160 Euro für zwei inklusive Frühstück, Nachmittagstee und Kuchen sowie Wlan buchbar.

Das MuseumsQuartier, eines der zehn grössten Kulturareale der Welt, ist ein Muss für Besucher: Es besteht aus dem Museum Moderner Kunst (mumok), dem Leopold-Museum mit Werken von Egon Schiele und Gustav Klimt (sein Werk «Der Kuss» ist weltbekannt) sowie Cafés und Bars. Und wenn wir schon bei den Museen sind: Kunstfreunde pilgern zur Albertina im ersten Bezirk weiter, wo derzeit unter anderem die Ausstellung «Monet bis Picasso» zu sehen ist.

Wer nach so viel Kunst und Kultur etwas für seinen Magen tun möchte, sollte zum Naschmarkt schlendern. Der wohl bekannteste Markt von Wien ist ein Eldorado für Feinschmecker. Platzhirsche wie das Fischlokal Umar überzeugen seit vielen Jahren. Selbst Sushi ist im Angebot und viele österreichische Weine.

Wenn wir schon beim Wein sind: Mit knapp 700 Hektar Rebbergen ist Wien das einzige Anbaugebiet der Welt, das sich innerhalb der Grenzen einer Metropole befindet. Besonders einladend ist ein Ausflug zum Nussberg. Nach der gut 20-minütigen Taxifahrt vom Stadtzentrum wird man mit einem wunderschönen Ausblick auf die Stadt und die Donau entschädigt. Besonders einladend ist der Buschenschank des Weinguts Wieninger am Nussberg (Bild), das nicht ganz unbescheiden mit dem «schönsten Ausblick auf Wien» wirbt.

Nur nützt der schönste Ausblick nichts, wenn die Weine nicht munden. Da muss man sich bei diesem Weingut aber keine Sorgen machen: Schon der einfache Wiener Grüner Veltliner, der ab Hof 9 Euro kostet, überzeugt. Mein Favorit ist jedoch der Wiener Gemischte Satz Nussberg für 21 Euro (ebenfalls Ab-Hof-Preis). Diese Wiener Spezialität aus diversen Traubensorten ist weltweit einmalig und überzeugt mit ihrer Frische und einer angenehmen Säure. Dazu drängt sich die Bestellung eines «Winzerbrettls» auf. Oder organisieren Sie sich eine Verkostung mit Marketingleiter Georg Grohs. Er führt charmant und kompetent durch das Weinangebot von Wieninger. Eine unvergessliche Zeit ist garantiert!

Wer nachher trotzdem noch hungrig ist, fährt weiter zum Restaurant Pfarrwirt , dem ältesten Restaurant Wiens mit dem lauschigen Garten (Bild, für den Abend an Wochenenden unbedingt reservieren). Liebhaber von Wiener Spezialitäten wie Schnitzel oder Backhendl kommen hier auf ihre Rechnung. Der «Mayer am Pfarrplatz» gleich daneben ist ebenfalls ein sicherer Wert. So heisst auch das gleichnamige Weingut.

Es kann ja durchaus sein, dass man irgendwann mal genug von traditioneller Küche hat. Kein Problem, denn in Wien präsentiert sich die Gastronomieszene sehr dynamisch. Ein aufstrebender Koch ist der Österreicher Konstantin Filippou mit seinem gleichnamigen Restaurant. Der Gault-Millau-Koch des Jahres 2016 hat rumänische Wurzeln und sich in seinem neuen, zentral gelegenen Lokal ganz dem «Fine Dining» verschrieben, puristisch, ohne Firlefanz, mit Fokus auf qualitativ hochstehende Produkte wie das Bild mit Saibling zeigt. Im Gegensatz zum generellen Preisniveau in Wien muss man hier das grosse Portemonnaie ausführen: ein Sechsgänger kostet 125 Euro. Ein Wermutstropfen bleibt: Wer gerne österreichische Weine von bekannten Winzern trinkt, hat keine grosse Auswahl. Die Weinkarte ist zu verspielt. Naturweine, die nicht mehrheitsfähig sind, dominieren das Angebot.

Es muss nicht immer Fleisch sein: Das Tian-Gourmetrestaurant gehört zu den besten vegetarischen Restaurants der Welt. Als Option kann man den Genussreigen auch vegan bestellen. Interessant, wie selbst Fleischliebhaber bei diesem Menü Tierisches nicht vermissen! Auch hier ist das Preisniveau hoch: Ein Sechsgänger verschlingt 116 Euro. Trotzdem sollte man sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen. Achtung: Das «Tian» gönnt sich vom 16. Juli bis zum 9. August 2017 eine Sommerpause.

Irgendwann wird es Zeit, sich auf das nächtliche Wien zu konzentrieren. Auch hier überzeugt die Stadt an der Donau. Die seit 2007 existierende Strandbar Herrmann (Bild oben, U-Bahn 4 bis Schwedenplatz) direkt am Donaukanal sorgt für Feriengefühl à la Gran Canaria und steht noch immer an der gleichen Stelle, obwohl der Betrieb 2015 um eine Vertragsverlängerung bangte. Hier schmeckt das Bier noch besser als sonstwo. Happy Hour gibt es von 18 bis 19 Uhr. Tipp: Am Wochenende lässt es sich in der Strandbar köstlich brunchen, von 10.30 bis 14 Uhr.

Wir ziehen weiter in die Nacht hinaus zum Tel Aviv Beach (Bild oben, auf der Höhe Obere Donaustrasse 65): Der Strandclub, ebenfalls am Donaukanal gelegen, ist das Kind der Gastronomenfamilie Molcho, die mit ihrer Weltküche auch in Zürich (Restaurant Neni im Hotel 25hours), Berlin und Hamburg erfolgreich ist. Am Kanal gibt es orientalische Häppchen, Bier und Cocktails. Der Humus ist sehr schmackhaft.

Und zum Abtanzen ist im Sommer eine Adresse besonders populär: Vor dem Volksgarten ist die Warteschlange lang; vielleicht auch, weil der Eintritt nur 8 Euro beträgt. Zur Auswahl stehen in der Clubdiskothek verschiedene Bühnen unter freiem Himmel und im Gebäude. Das Publikum ist gut gelaunt und im Durchschnitt so um 30. Hier gibt es Party bis in die frühen Morgenstunden. Mit ganz wenig Schlaf könnte man den Tag in der Strandbar Herrmann mit einem Frühstück fortsetzen.

«Wien. Jetzt für immer» heisst der neue Slogan des Wiener Tourismusverbands. Er passt gerade zur Sommerzeit, denn diese möge jetzt für immer so schön bleiben. Und zum Schluss zwei Buchtipps: «Wien wie es wirklich scheint!» ist ein Reiseführer mit viel Humor und «Ganz Wien aufgelistet» widmet sich den Fragen, die Wiener und solche, die es noch werden wollen, schon immer beantwortet haben wollten: Zum Beispiel: Was tun, wenn man um 2 Uhr Heisshunger auf ein Schnitzel hat?

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