25. Juli 2017

Wickelwunderwaffe

Dem Twindad fehlt ein Enzym. Oder so.

Twindad Reto Vogt
Der Twindad mit seiner Wickelwunderwaffe.
Lesezeit 2 Minuten

Gleichberechtigung ist mir eine Herzensangelegenheit. Aber selbst wenn Frauen für die gleiche Arbeit endlich gleich viel verdienen würden wie Männer, wird diese niemals-nie-nicht erreicht sein. Dafür müsste die Evolution uns Männern noch ein Enzym – oder sonst irgendeinen biologischen Baustein – in die Nase pflanzen, damit wir endlich ohne zu Würgen ein Baby wickeln können. Oder zwei, in meinem Fall.

Es ist in der Tat erstaunlich: Während meine Frau so mir nix dir nix fürchterlich stinkende Windeln wechselt, kriege ich schon aus zehn Meter Sicherheitsabstand das Husten. Noch schlimmer, wenn ich in der Nähe bin oder gar selbst zum Feuchttüechli greife: Es würgt, als schlängle sich eine Boa Constrictor um meinen Hals und drücke kräftigst gegen den Kehlkopf.

Des Twindads Salbung

Darum, ich gebe es ungern zu, überlasse ich diese lästige Pflichtaufgabe nur allzu gern der von der Natur übermässig bevorteilten – zumindest im besprochenen Fall – Frau. Aber Tatsache ist, dass sie nicht immer abkömmlich ist und ich die Säuberungsmassnahmen selbst zur Durchführung bringen muss. Und weil es halt nichts nützt, die weisse Fahne zu hissen, greife ich eben zu einer Salbe derselben Farbe.

Eine Prise Liberol unter die Nase (Tigerbalsam würde wahrscheinlich auch funktionieren), und dieselbige ist kurzzeitig betäubt, und ich bin endlich Fraus genug, um meine Pflichtaufgabe mit Hängen, aber ohne Würgen zu erfüllen.

Nicht endgültig geklärt habe ich bis jetzt die Suchtfrage. Ob das Zeug abhängig macht? Ich werde es wohl nie herausfinden, ausser meine leisen Stossgebete – «Hopp Darwin!» - werden doch noch erhört.

Auf dass sich punkto fehlenden Enzyms etwas tut und ich mit der Salberei wieder aufhören kann – falls ...

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