03. Februar 2018

Wenn Super Mario und Broccoli sich prügeln

Unsere Kolumnistin kann der Fasnacht nicht viel abgewinnen – vor allem nicht jener auf dem Land.

Hut von Super Mario
Nach der Schlägerei bleibt von Super Mario nur noch das Käppi übrig. (Bild: unsplash.com)
Lesezeit 2 Minuten

Bald ist «Schmutziger Donnerstag». Er steht für den Start der Fasnacht, doch wieso er schmutzig ist, habe ich nie ganz verstanden. Ich fand das aber immer passend, darum habe ich mich nie beschützend vor den Wochentag gestellt und etwas geschrien à la «Hey, ihr könnt diesen unschuldigen Donnschtig doch nicht einfach als dreckig bezeichnen!». Denn er läutet eine Zeit ein, die tatsächlich eher schmutzig ist.

Jedenfalls bei uns auf dem Land. Die Fasnacht mag vielleicht in Luzern und Basel etwas Glanzvolles sein. Auf dem Land ist sie hingegen die einzige Gelegenheit, auch mal in der Nähe so richtig die Sau rauszulassen.

Fasnachtspartys spriessen bei uns aus dem Boden wie halluzinogene Pilze. Und wie auf solchen kommst du dir vor, wenn du vor der Mehrzweckhalle im Nachbardorf anstehst. Um 20 Uhr übergibt sich bereits ein Einhorn neben dir auf den Boden, ein Super Mario prügelt sich mit einem Broccoli, und Darth Vader will dir seine Nummer auf den Arm kritzeln.

Leider habe ich meinen fasnachtsbegeisterten Freundinnen versprochen, immerhin ein Mal pro fünfte Jahreszeit eine dieser Partys mit ihnen zu besuchen. Und so wate ich irgendwann nach diesem schmutzigsten aller Donnerstage durch den Konfetti-Wodka-Erbrochenen-Mix auf dem Turnhallenboden und habe eine waschechte Sinnkrise.

Diese löst sich erst morgens um 3 Uhr. Dann, wenn wir uns – atemlos vom vielen Helene-Fischer-Mitsingen – in den Armen liegen, das Einhorn längst im Bett ist und sich Super Mario und Broccoli einen Versöhnungsshot an der Bar gönnen. Dann lächle ich selig und weiss: Ein bisschen Schmutz ist gesund.


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