15. Juni 2018

Wenn der Berg krank macht

Im Sommer zieht es viele Wanderer in die Berge. Ab einer gewissen Höhe können gesundheitliche Probleme auftreten, denen man mit einem verlangsamten Aufstieg und einer angemessenen Vorbereitung begegnet – damit das Vergnügen nicht getrübt wird.

Bergsteiger auf dem Klettersteig am Piz Trovat
Dünnere Luft: Bergsteiger auf einer Hängebrücke des Klettersteigs am Piz Trovat oberhalb von Pontresina GR. (Bild: Arno Balzarini/Keystone)

Für viele von uns ist es kein Problem, auf über 2500 bis 3000 Metern Höhe zu wandern. Doch bei manchen können diese Höhenlagen zu Übelkeit, Kopfschmerzen und Schlafstörungen führen. Die Fachleute sprechen dann von einer akuten Bergkrankheit.

Die Symptome beginnen nicht sofort, sondern erst nach ein paar Stunden in der Höhe. Wir wissen zwar, dass diese Störung mit dem geringeren Sauerstoffangebot in der Höhe zu tun hat, verstehen aber den auslösenden Mechanismus noch nicht ganz. Zudem gibt es keinen Test, der eine mögliche Höhenkrankheit voraussagt.

Gesichert ist nur, dass jemand, der schon mal an Höhenkrankheit gelitten hat, mit grosser Wahrscheinlichkeit unter vergleichbaren Bedingungen wieder von ihr heimgesucht wird. Auch höhenempfindliche Menschen können diese Komplikation meistens verhindern. Vieles ist nämlich eine Frage der Vorbereitung und Akklimatisierung.

Zu vermeiden ist ein schneller Aufstieg, vor allem ab 2500 Metern Höhe. Die Erfahrung zeigt, dass jede zweite Person, die schnell auf über 4500 Meter steigt, an akuter Höhenkrankheit leiden wird.

Bei Kopfweh absteigen

So sollte man ab 2500 Metern Höhe wenn möglich nicht mehr als 300 bis 500 Höhenmeter pro Tag hin­auf. Treten Kopfschmerzen oder andere bekannte Symptome der Bergkrankheit auf, sollte man nicht weiter aufsteigen.

Kopfschmerzen kann man in dieser Situation mit den gleichen Medikamenten behandeln, die man auch im Tal verwendet. Reicht dies nicht, kann ein Tag ohne weiteren Aufstieg notwendig sein. Und wenn die Symptome anhalten, muss man 500 bis 1000 Meter absteigen.

Die akute Bergkrankheit ist in der Regel harmlos. Bergsteiger können jedoch von zwei schwereren Erkrankungen heimgesucht werden. In seltenen Fällen kann sich bei längerem Aufenthalt in grösserer Höhe ein Hirnödem entwickeln, das aus einer Ansammlung von Flüssigkeit im Gehirn besteht. Wer davon betroffen ist, verliert seine Urteilsfähigkeit, schläft dauernd ein und kann nur schwer geweckt werden.

Ebenfalls nach längerer Zeit in grösserer Höhe kann ein Lungenödem auftreten. Dann ist die betroffene Person bei geringster Anstrengung oder sogar im Ruhezustand ausser Atem.

Hast du eine dieser beiden Erkrankungen im Verdacht, gibt es nur eins: so schnell wie möglich um mindestens 1000 Höhenmeter abzusteigen. Nur wenn man rechtzeitig handelt, lassen sich bleibende Schäden meist vermeiden. 

In Zusammenarbeit mit Medbase

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