20. Februar 2018

Wenig Schlaf im Pilotenanzug

Im Blog «Migros-Lernende» schreiben vier Jugendliche jede Woche über ihr Leben während der Ausbildung und die Facetten der Berufswelt. Oder im Fall der Chocolat-Frey-Lernenden Lena Hoffmann, wie man während der Fasnacht Guggenmusik, Unihockey und Ausbildung unter einen Hut bekommt.

Lena Hoffmann
Lena Hoffmann und ihre «Gugge» auf dem Weg zum Umzug.
Lesezeit 3 Minuten

Vergangene Woche hatte ich wieder einen Schulblock. Aber diesmal etwas anders. Ich war nicht wie gewohnt in Wädenswil, sondern in Lindau ZH, einem anderen Strickhof-Standort. Speziell an dieser Woche war, dass wir keinen Berufskundeunterricht hatten. Wir hatten nur Fächer der Berufsmatura. Deshalb war auch nur die Berufsmaturaklasse anwesend. Nach dieser für meinen Kopf anstrengenden Woche folgte ein für meinen Körper ebenso anstrengendes Wochenende.

Denn in meiner Freizeit bin ich neben dem Unihockey auch in einer Guggenmusik, und zwar bei den Schlosshüüler Lostorf. Jedes Jahr im Februar sind wir aktiv an der Oltner Fasnacht anzutreffen.

Eine Bühne voller Kampfpiloten

Keine Beizentour

Nach einem halben Jahr mit wöchentlichem Proben und Kostüme nähen, sind diese Tage für uns Fasnächtler ein echtes Highlight. Jedes Jahr haben wir ein anderes Kostüm und ein neues Motto. Nun verkleideten wir uns als Kampfpiloten unter dem Motto «Top Gun - mer störze ab» – inspiriert durch den Film «Top Gun», der 1986 veröffentlicht wurde. Mit Pilotenbrille und Bomberjacke gingen wir Schlosshüüler an die Fasnacht 2018. Aber der «Schmudo» (Schmutziger Donnerstag) startete leider ohne mich, weil ich wie schon erwähnt in der Schule war. So verpasste ich den Kinderumzug in Niedergösgen SO und auch die Auftritte der Beizentour am Abend.

Ich und mein Instrument

Schule vor Hobby

Jedes Jahr spielen die Schlosshüüler Lostorf am Freitag im Kinderspital Aarau, doch dieses Jahr konnte ich auch da nicht dabei sein. Es gibt Momente, in denen man zur gleichen Zeit an zwei Orten sein sollte. Schule, Guggenmusik und Unihockey sind nicht immer ganz einfach unter einen Hut zu bringen. Für mich ist aber klar: Schule geht vor, Hobby steht hinten an. Manchmal gibt es aber auch Kollisionen zwischen Guggenmusik und Unihockey. Dann fällt mir die Entscheidung nicht leicht. Gehe ich jetzt an den Match mit dem Unihockey-Team oder mit der «Gugge» zum Auftritt? Meistens entscheide ich aus dem Bauch heraus oder gehe dorthin, wo ich mehr gebraucht werde.

Ohne Schlaf von Auftritt zu Auftritt

Der Freitagabend der Fasnacht war super, die ganze Truppe fuhr mit dem Car nach Reinach BL und hatte mehrere tolle Auftritte. Basel hat eine noch grössere, lautere Fasnacht als wir in Olten SO.

Auf der Fahrt nach Hause zu später Stunde schliefen viele von uns bereits, um Kräfte zu sammeln für den Samstag. Denn bereits um 11 Uhr mussten wir im Kostüm bereitstehen für den Umzug in Lostorf SO. Anschliessend wurde die gesamte Guggenmusik mit Airbrush geschminkt. Das dauerte gute zwei Stunden; kein Wunder bei 53 Mitgliedern und vier Schichten Farbe.

Bald war auch schon Abend, und wir wechselten von Bühne zu Bühne in der Oltner Altstadt. Dabei verging die Zeit wie im Flug. Allerdings konnte ich auch diese Nacht nicht viel Schlaf tanken, denn am Sonntag hiess es wieder: Kostüm an, Instrument einpacken und auf zum Schminken. Glücklicherweise, denn die knallige Farbe überdeckte unsere Müdigkeit, die allen trotz guter Laune ins Gesicht geschrieben stand. Am Sonntag fand allerdings nur der grosse Umzug in der Altstadt von Olten statt und danach ein Monsterkonzert mit allen Guggen, die am Umzug mitliefen.

Höhepunkt zum Abschluss

Am Fasnachtsmontag war es in Olten eher ruhig, nur am Abend stand das Zelt für echte Narren geöffnet. Wir hatten keinen Auftritt, viele von uns kamen aber als Gäste. Einige gingen auch nach Luzern, um den dortigen Umzug zu schauen und Luzerner Fasnachtsluft zu schnuppern. Nach wiederholt wenig Schlaf war der Dienstag der letzte Fasnachtstag. An diesem Tag folgte einer der besten Auftritte. Jedes Jahr gehen wir in ein Heim für beeinträchtigte Erwachsene. Sie sind unsere grössten Fans und freuen sich immer riesig auf uns. Am Abend hatten wir dann noch ein paar Auftritte in der Stadt, und bald ging auch der letzte Auftritt zu Ende.

Für mich hiess es dann bald ab nach Hause, denn am Mittwoch ging ich bereits wieder arbeiten. Ich glaube, nächstes Jahr nehme ich mir für die Fasnacht drei Tage Ferien, dann kann ich es etwas länger ausklingen lassen.

Es war eine tolle Fasnacht, das Wetter spielte mit, die Zuschauer hatten Freude an unseren Stücken, und die gesamte Stimmung war wie immer freudig-farbig. Ganz fertig ist sie jedoch noch nicht. Bald reisen wir als Guggenmusik an die Brandons de Moudon, eine riesige Guggenparty im Kanton Waadt. Ein super Abschluss der Fasnacht 2018. Und ein Tropfen Vorfreude auf die Fasnacht 2019.

Benutzer-Kommentare

Verwandte Artikel

Bildmontage: Frau auf Flugzeug sitzend

Zu Besuch bei den Bildmenschen

Angéline Reichenbach und Thomas Knöpfel

So läuft es bei der Bewerbung

Juri Fischer

Guten Zeiten, schlechte Zeiten

Lena Hoffmann

Nachtgespräch mit Süssigkeiten