24. Februar 2018

Welcher Virus darfs denn sein?

Unsere Stadt-Land-Kolumnistin ist zum dritten Mal in diesem Winter krank. Und sie weiss genau, wo die bösen Bazillen auf sie warten.

Tee und Nastücher
Tee und Nastücher – beides braucht es während der Grippe (Bild: unsplash.com).
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Nicht schon wieder!, denke ich, während ich mit weit aufgesperrtem Mund ganz nah am Spiegel stehe. Von meinem warmen Atem ist er schon beschlagen. Aber ich habe bereits gesehen, was ich wollte. Oder eben nicht wollte. Meine Mandeln sind zündrot. Und genauso fühlen sie sich auch an. Zum dritten Mal in diesem Winter bin ich krank.

Nach dem ersten Mal zog ich mich wärmer an. Knöpfte den Mantel brav zu, sobald ich draussen war. Schal, Mütze, Handschuhe; alles hatte ich immer an. Nach dem zweiten Mal fuhr ich gröbere Geschütze auf. Ich schluckte jeden Morgen eine Vitamin- und eine Zink-Tablette, um mein Immunsystem zu stärken. Zusätzlich legte ich mir ein Desinfektionsgel zu, mit dem ich jeden Morgen im Büro meine Hände einrieb. Auch schickte ich sofort ein Stossgebet gen Himmel, wenn mein Gegenüber im Zug nieste/hustete/schnäuzte. Mögen die Bazillen einen Bogen um mich machen.

Gebracht hat das alles: nichts. Nun liege ich platt im Bett. Ich gebe aber nicht dem Winter die Schuld. Der kann nichts dafür: Kalt war er immer und kalt wird er hoffentlich noch lange sein. Schuld ist das Pendeln. Pro Tag verbringe ich fast zwei Stunden im Zug. Eingepfercht zwischen Leuten, die meinem Körper wohl eine so grosse Auswahl an Viren bieten wie Victoria's Secret an Spitzenunterwäsche.

Und die Luft erst. Ich spüre es jeweils schon beim ersten Atemzug in meinem Hals zwicken. In diesen Momenten wünschte ich mir, dass das Land nicht so weit von der Stadt entfernt wäre. Oder einen persönlichen Chauffeur. Oder, dass jemand endlich das Beamen erfindet. Oder einen fliegenden Teppich. Ich glaube, ich habe wieder Fieber.


Das Video zu «Stadt, Land, Stutz»:

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