14. März 2018

Welchen Pendlerabzug kannst du geltend machen?

Jeannette Schaller, Leiterin Finanzplanung bei der Migros Bank, erklärt den neuen Pendlerabzug in der Steuererklärung. Wer ein Geschäftsauto privat nutzen darf, erfährt in einigen Kantonen empfindliche Einbussen.

Illustration: Welchen Pendlerabzug kannst du geltend machen?

Pendler dürfen in der Steuererklärung für den Arbeitsweg einen gewissen Betrag vom Einkommen abziehen. Bei der direkten Bundessteuer sind das maximal 3000 Franken, seit wir die Volksinitiative «Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur» (FABI-Vorlage) 2016 angenommen haben. Die Kantone können den Maximalbetrag des Pendlerabzugs in ihren Staats- und Gemeindesteuern selber festlegen. Nach dem Bund haben inzwischen auch die meisten Kantone eine Obergrenze eingeführt.

Bisher hat einzig Basel-Stadt die Bundeslimite von 3000 Franken übernommen. Im Kanton St. Gallen beträgt sie 3655 Franken. Die meisten weiteren Kantone haben eine höhere Abzugsmöglichkeit beschlossen. In Zürich beispielsweise gilt ab 2018 eine Obergrenze von 5000 Franken. Für 2017 gibts noch keine Einschränkung.

Die Begrenzung des Fahrtkostenabzugs hat vor allem Konsequenzen, wenn ein Geschäftsfahrzeug involviert ist: Bei Arbeitnehmern, die ein Geschäftsfahrzeug auch privat nutzen, führt die geltende steuerliche Behandlung in einigen Kantonen zu einer erheblichen Verschlechterung. Denn die Kantone rechnen die Differenz zwischen effektivem Pendleraufwand und maximalem Abzug als fiktives Einkommen auf.

Im Kanton St. Gallen sieht das zum Beispiel so aus:
- Arbeitsweg: 30 Kilometer bei zwei Fahrten pro Tag
- Anzahl Arbeitstage pro Kalenderjahr: 220
- Ansatz: 70 Rappen pro Kilometer
- Kosten total: 9240 Franken

Unter Berücksichtigung des Maximalabzugs von 3000 Franken bei den Bundessteuern ergibt sich ein fiktives Einkommen von 6240 Franken – bei Staats- und Gemeindesteuern bleiben dank höherem Abzug von 3655 Franken noch 5585 Franken. Der jeweilige Betrag muss für die Bundes- respektive Staats-/Gemeindesteuer zum Einkommen hinzugezählt werden.

Mehr Steuertipps: blog.migrosbank.ch

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