04. Januar 2018

Welche Miete kann ich mir leisten?

Thomas Kaufmann, Leiter Aktienfonds und Institutionelle Kunden bei der Migros Bank, erklärt die Preisentwicklung bei Wohnungen: Statt kaufen oder mieten heisst die Frage heute eher Altwohnung oder Neubau.

Wohnungen nach 2000 sind erheblich teurer
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Wohneigentum in der Schweiz ist kaum mehr finanzierbar. Das zeigen die jüngsten Zahlen der Immobilienberatungsunternehmen Wüest Partner und IAZI. Doch wie sieht es bei den Mieten aus?

Der Mietpreisindex kletterte von Ende 2000 bis Anfang 2017 um rund 23 Prozent. Kein Wunder, klagen viele Schweizer über hohe Mieten. Allerdings muss auch die Lohnentwicklung betrachtet werden: Der Nominallohnindex stieg im selben Zeitraum um gut 22 Prozent. Der durchschnittliche Warenkorb von Schweizer Haushalten zeigt, dass ungefähr 20 Prozent der Konsumausgaben fürs Wohnen aufgebracht werden.

Warum also haben viele Schweizer das Gefühl, dass die Mieten so unglaublich hoch sind?
Die Statistik zeigt: Die Mieten für Wohnungen, die vor 1991 gebaut wurden, liegen deutlich tiefer als für neuere Wohnungen. Auf Immobilienportalen werden heute aber oft die neueren, teureren Objekte angeboten. So entsteht der Eindruck hoher Mieten. Ausserdem sind die Ansprüche an Mietwohnungen gestiegen: Viele Mieter möchten nicht auf eine gute Verkehrsanbindung oder den Waschturm verzichten. Daher unterscheiden sich Mietwohnungen der neueren Generation preislich kaum mehr von Eigentumswohnungen. Mieter haben somit die Wahl zwischen einer günstigen Alt- und einer teureren Neuwohnung.

Die rege Bautätigkeit und die abnehmende Zuwanderung lassen ahnen: Es ist mit zunehmendem Druck auf die Mietpreise zu rechnen, besonders bei den Anfangsmieten. Die Leerstandsquote dürfte zunehmen. Für Mieter, die zu bezahlbaren Konditionen in einer neueren Mietwohnung leben möchten, lohnen sich Preisvergleiche mehr denn je. 

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