01. März 2018

Weiterbildung lohnt sich auch bei den Steuern

Jeannette Schaller, Leiterin Finanzplanung bei der Migros Bank, erklärt, welche Aus- und Weiterbildungskosten sich bei den Steuern in Abzug bringen lassen.

Grafik zu den Abzügen für Weiterbildung
Lesezeit 2 Minuten

Seit 2016 sind alle berufsorientierten Aus- und Weiterbildungskosten steuerlich abzugsfähig. Damit sind vor allem freiwillige Umschulungen oder Zweitausbildungen sowie Aufwendungen für den beruflichen Aufstieg aus steuerlicher Sicht attraktiver geworden. Diese Auslagen konnten zuvor nicht in der Steuererklärung geltend gemacht werden - im Gegensatz zu den Weiterbildungskosten.
Die aktuelle Regelung ist nicht nur für den Steuerzahler vorteilhafter, sie vereinfacht auch das Steuersystem, das zuvor mit Definitions- und Abgrenzungsschwierigkeiten zu kämpfen hatte. So muss etwa die Weiterbildung nicht mehr zwingend im Zusammenhang mit dem aktuell ausgeübten Beruf stehen.

Der maximale Abzug beträgt bei den Bundessteuern 12'000 Franken pro Jahr. Die Kantone können für ihren Teil der Steuern eigene Limiten setzen – die meisten richten sich dabei nach dem Bund. Nur Basel-Stadt lässt auf kantonaler Ebene mit 18'000 Franken einen höheren Abzug zu. Im Tessin liegt die Obergrenze mit 10'000 Franken dagegen unter das Limit des Bundes.

Zu den abzugsfähigen Aufwendungen gehören neben Schul- auch Reisekosten, Schulmaterialien, auswärtige Verpflegung und Ausgaben für Übernachtungen. Du kannst die vollen Aus- und Weiterbildungskosten bei der Einkommenssteuer geltend machen, sofern du diese belegen kannst und selber bezahlt hast – sie also nicht vom Arbeitgeber rückvergütet wurden. Von dieser Regelung ausgenommen sind wie bisher die Kosten für Hobbykurse und für Sprachkurse, die nicht wenigstens einen minimalen Zusammenhang mit der Berufstätigkeit aufweisen.

Als wir vor einem Jahr an dieser Stelle von diesen Neuerungen berichteten, meldete sich eine Mutter ohne Erwerbseinkommen, die im Hinblick auf eine künftige Selbständigkeit eine Weiterbildung absolvierte: Ob sie ein Einkommen brauche, um Weiterbildungskosten abziehen zu können? Das ist tatsächlich der Fall: ohne Einkommen kein Abzug. Eine weitere Voraussetzung ist, dass die oder der Steuerpflichtige über einen ersten Abschluss auf Sekundarstufe II (zum Beispiel Matura oder Berufslehre) verfügt und das 20. Altersjahr vollendet hat.

Mehr Steuertipps: blog.migrosbank.ch

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