23. Mai 2018

Wehret den Schleimern!

Schnecken sind das Kreuz der Hobbygärtner. Die Gartenbloggerin hat ein paar Tipps zusammengetragen, wie man der Plage Herr werden kann. Oder auch nicht.

Nachdem ich vergangene Woche vom zur Schnecke gemachten Blumenbeet meiner Gartenfreundin berichtet hatte, überlegte ich mir, was in meiner Hobbygärtnerinnenkarriere im Kampf gegen die Schleimer bisher half – oder was nicht. Die folgenden Erkenntnisse sind rein subjektiv – ich übernehme in der Folge auch keine Haftung für allfällige Misserfolge ...

Schneckenzaun

Schneckenzaun

Der Klassiker in der Schleimer-Abwehr ist der Schneckenzaun aus verzinktem Stahlblech. Dank seines «Knicks» verhindert er, dass die Schnecken im Gemüsebeet einfallen. Zumindest in der Theorie: Ab und zu gibts auch unter den Schnecken Akrobaten, die selbst kopfüber klettern können. Die grössere Gefahr ist aber, dass man mit Kompost oder Setzlingen Schneckeneier einschleppt. Schneckenzäune sind in der Anschaffung recht kostspielig, halten dafür ewig.

Schneckenkragen & Co.

Blechbüchsen als Schneckensttopper

Schneckenzäune gehen auch kleiner, beispielsweise in Form eines Schneckenkragens aus Kunststoff. Diese werden über den einzelnen zu schützenden Setzling gestülpt. Eine selbstgemachte Alternative sind abgeschnittene PET-Flaschen. Und wer wie ich kein Plastik im Garten mag, greift zur Blechbüchse: Neben dem Deckel den Boden entfernen, und fertig ist das Schneckenhägli.

Hochbeet und Co.

Hochbeet

Ich finde Hochbeete etwas extrem Gäbiges (bei mir sind vor allem Palettenrahmen à la SBB in Gebrauch, drum rede ich hier in erster Linie von hölzernen Hochbeeten): Erstens schonen sie den Rücken. Zweitens bildet sich durch die Verrottungsprozesse des organischen Materials Wärme, was die Erntezeit verlängert. Und schliesslich funktionieren sie selbst im grössten Asphaltdschungel, was jeder Urban Gardener bestätigen wird.

Die oft gehörte Aussage, dass sie Schnecken abhalten, würde ich so aber nicht unterschreiben: Mehr als ein Mal war am Morgen der frisch gepflanzte Salat bereits zu Tode geraspelt. Auch der Ratschlag eines lieben Gartenfreundes, um den Rand des Hochbeets ein Kupferband zu ziehen, erwies sich nicht als wirklich hilfreich. Was hingegen funktioniert, sind Hochbeete aus kupferhaltigem Cortenstahl (siehe Bild unten): Der Cortenstahl reagiert mit dem Schneckenschleim und bildet so eine reizende Substanz.

Hochbeet aus Cortenstahl

Barrieren in Streuform

Viele Hobbygärtner schwören auf Barrieren aus Sägemehl, Asche oder auch Kafimehl. Meine Erfahrungen hier sind gemischter Art: Sind Sägemehl und Co. trocken, funktioniert die Barriere einwandfrei. Ein Regen- oder auch Giesskannengutsch aber, und die Verteidigungslinie fällt.

Die ebenfalls oft hochgelobten zerkleinerten Eierschalen funktionieren bei mir übrigens weder bei Regen noch bei Sonnenschein: Möglicherweise sind die Schnecken in meinem Garten ja Fakire.

Fressfeinde anlocken

Igel


Gärten, die naturnah angelegt sind, bieten viel Unterschlupf für tierische Schneckenvertilger. Dazu gehören Spitzmäuse, Igel, Vögel (z.B. Amseln, Stare oder auch Elstern), Kröten und Blindschleichen.

Man kann sich die Fressfeinde aber auch selber in den Garten holen, und zwar in Form von Hühnern (meine drei lassen zwar die Schnecken selbst links liegen, räubern aber deren Eiergelege) oder Laufenten.

Laufente

Absammeln

Ohne Fleiss kein Preis – dieser Satz gilt auch, wenn es ums Absammeln von Schnecken geht. Man könnte aber auch auf Sisyphus verweisen: Manchmal habe ich das Gefühl, je mehr Schnecken ich nach einem milden Frühlingsregen absammle, desto mehr kriechen aus den Büschen.

Und bevor ihr mich jetzt fragt, was ich mit den gesammelten Schnecken mache: Ja, ich greife ich zur Schere. Ziemlich grauslig, ich weiss, aber meiner Meinung nach am effizientesten. Andere übergiessen die Schleimer mit kochendem Wasser oder stecken sie in die Gefriertruhe. Meine Vater hat sie übrigens jeweils per Velo in den rund ein Kilometer entfernten Wald gebracht. Ich schwöre: Ein, zwei Wochen später waren sie wieder da! :-)

Schneckenkörner und Co.

Um den Gebrauch von Schneckenkörnern toben in den Gartenforen auf WWW wahre Weltkriege. Ich sehe es pragmatisch: Wenn es mal gar nicht anders geht, dann greife ich zu sogenannt igelfreundlichem Schneckenkorn. Sprich solches auf der Basis von Eisen-III-Phosphat, eine natürliche Verbindung, die überall in der Natur vorkommt.

Eine Alternative (gerade für die ganz kleinen, und damit schlecht absammelbaren Schnecken) sind Schneckennematoden, eine Art Fadenwürmer oder Älchen, die die Schnecken sozusagen von innen her befallen. Diese werden mit dem Giesswasser ausgebracht.

Doch zurück zum zur Schnecke gemachten Blumenbeet meiner Gartenfreundin: Je nachdem kann es Nerven wie Portemonnaie schonen, wenn man gewisse Pflanzen, die die Schnecken zum Fressen gern haben, ganz aus seinem Garten verbannt. Oder man pflanzt sie in ein Gefäss und positioniert dieses möglichst in der Höhe. Wie ich meinen Schnittsalat, der bei mir völlig unbehelligt in einer alten Weinkiste auf dem Fensterbrett gedeiht.

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