08. Juli 2017

Wasser, marsch!

Flüssigkeit ist der Treibstoff für unseren Körper. Wer zu wenig oder unregelmässig trinkt, beeinträchtigt nicht nur die Denkleistung, sondern weitere wichtige Vorgänge im Körper.

Trinken an der Wasserstation
Der regelmässige Gang zur Wasser­station ist sinnvoll – besonders an ­ heissen Tagen. (Bild: iStockphoto)
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Heisse Sommertage verlangen dem Körper viel ab. Er muss stetig kühlen, um die Körpertemperatur konstant zu halten. Dieser Kühlmechanismus funktioniert vor allem über die Haut, indem wir schwitzen. Doch auch ohne Wärme verlieren wir dauernd Flüssigkeit, beispielsweise über den Atem. Ohne Wasserzufuhr kann der Körper wichtige Stoffwechselfunktionen rasch nicht mehr aufrechterhalten. Die Denkleistung sinkt, es kann zu Kopfschmerzen, Schwindel und Müdigkeit kommen. In einem späteren Stadium können starke Aufmerksamkeitsprobleme oder gar Verwirrung hinzukommen.

Kinder und Erwachsene sollten darum die Flüssigkeit, die sie verlieren, wieder ersetzen. Diese Menge variiert sehr stark und hängt unter anderem von Aussentemperatur, Luftfeuchtigkeit, Alter, Gewicht und ­Geschlecht ab. Die Faustregel: Pro Kilogramm Körpergewicht muss man täglich 0,3 Deziliter Flüssigkeit zu sich nehmen. Bei sportlicher Belastung kann der Bedarf rasch um das Zwei- bis Fünffache steigen.

Auf Vorrat trinken funktioniert nicht, daher ist es sinnvoll, in regelmässigen Abständen kleine Mengen Flüssigkeit zu sich zu nehmen: pro Stunde etwa zwei Deziliter. Wer nur zu den Mahlzeiten trinkt oder erst abends, tut seinem Körper keinen Gefallen. Der Körper braucht regelmässig Flüssigkeit, um seine Leistungsfähigkeit aufrechterhalten zu können.

Nicht übertreiben

Es kann aber auch zu viel des Guten sein. Da Wasser- und Mineralstoffgehalt im Körper in einem festen Verhältnis stehen, kann es bei einer Zufuhr von zu viel reinem Wasser in ganz seltenen Fällen zu einer sogenannten Hyponatriämie kommen. Das ist bei gesunden Menschen ohne körperliche Tätigkeit ab etwa sechs Liter täglich der Fall. Der Körper scheidet das Zuviel an Wasser aus – und damit auch wich­tige ­Mineralstoffe (besonders Na­trium). Die Symp­tome: Kopfschmerzen und Übelkeit. Im Extremfall kann es dann zu einer Elektrolytentgleisung kommen.

Einfacher Selbsttest

Eine gute Kontrolle, ob man genügend getrunken hat, bietet die Farbe des Urins. Bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr ist dieser hellgelb bis farblos. Bei einer gelben bis dunkelgelben Farbe besteht Handlungsbedarf – oder eben Trinkbedarf. 


Autorin: Theresa Schwarz ist Sportwissenschaftlerin und Leistungsdiagnostikerin bei Medbase in Zürich.

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