31. Dezember 2018

Was ich gelernt habe

Unsere Stadt-Land-Kolumnistin weiss, dass Leopardenmuster nie aus der Mode kommen. Und dass Männer das nicht verstehen müssen.

Und was trinkst du am Silvesterabend? (Bild: unsplash.com)
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Jetzt, wo der Prosecco kalt gestellt ist und die «Happy New Year»-Girlande an der Wohnzimmerwand hängt, habe ich Zeit. Für eine Inventur. Viele blicken an Silvester ja nach vorn oder zurück. Wie war das vergangene Jahr? Was sind die Ziele für das folgende? Ich blicke auf den Stand jetzt und ziehe Bilanz: Was habe ich bis heute im Leben gelernt?


Ich weiss, dass man am Buffet nicht auf seinen Bauch hören sollte. Sonst aber viel öfter. Ich weiss, dass es in Mathe auf den Lehrer ankommt und dass man an einem eingewachsenen Zehennagel nicht selber herumdoktern soll. Wenn man eine wütende WhatsApp-Nachricht verschicken will, sollte man sie zwar schreiben, aber erst nach ein paar Stunden abschicken. Ich weiss, dass man sie dann meistens nicht abschickt. Ich weiss, dass unsere Gedanken unser tägliches Glück oder Unglück bestimmen. Dagegen, dass unsere Liebsten krank werden oder sterben, können wir nichts tun. Ich weiss, dass Leopardenmuster einfach nie aus der Mode kommen. Und dass die Männer das überhaupt nicht verstehen. Und dass sie das auch nicht müssen, wenn sie sonst das meiste verstehen.


Ich weiss, dass man jeden Tag etwas tun soll, das einem ein gutes Gefühl gibt. Und wenn es nur darin besteht, endlich die Dusche zu putzen. Ich weiss, dass Humor hilft. Dass es sich lohnt, in ein gutes Augenabschminkmittel zu investieren. Ich weiss, dass man nach Mitternacht keine heiklen Punkte mehr ansprechen und die gerissene Strumpfhose nicht persönlich nehmen soll. Ich weiss, dass man auch mal die Fünf gerade sein lassen muss und in einem unbedachtsamen Moment viel kaputtmachen kann. Ich weiss, dass die Liebe immer stärker ist. Und vor allem weiss ich, dass der, der alles weiss, gar nichts weiss.

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