26. März 2012

Was Basteln schon bei Kleinen fördert

Manche Eltern verschieben wegen dem Aufwand das Basteln mit Kleinkindern möglichst auf später. Dabei fördert Kneten, Malen & Co. die Entwicklung entscheidend, und mit ein paar Vorbereitungen vermeidet man unliebsame Überraschungen.

Vielen graut bereits vor der Vorstellung, mit dem nachwuchs vor dem Spielgruppen- oder gar Kindergartenalter zu basteln: Man muss das Kind schützen, die Wohnungseinrichtung vor dem Kind, am besten die ganze Zeit daneben sein. Klar ist aber auch, dass das Kind so vor vier oder fünf Jahren gewisse Schritte später macht, die für seine Entwicklung ebenso wichtig sind wie etwa das Sprechen.

DER NUTZEN

Als erstes kommt jedem das Üben bestimmter Bewegungsmuster in den Sinn, doch bei altersgerechtem Basteln profitiert das Kind noch in anderer Hinsicht:

1. Motorik: Mit dem zweiten Lebensjahr bereits können Kinder zum Beispiel gut Kneten, wobei mit Zerteilen und Formen der Knetmasse viel Bewegungspotential steckt. Oder das Malen beginnt vielleicht mit Hilfsmitteln wie ein paar mit Deckfarbe präparierten Murmeln, die sich über Papier bewegen und lustige Muster hinzaubern.
Als etwas vom ersten üben Kinder etwa den Pinzettengriff, dank dem die Hand und bald nur bestimmte Finger Gegenstände ergreifen und in die gewünschte Position bringen kann. Später wird die Feinmotorik mit dem Auf- oder Zuschrauben, dem Einfädeln, Ausschneiden und vielem mehr ausgebildet und verfeinert.

2. Kreativität: gerade im Kleinkindalter ist es wichtig, dem Kind Bastelmöglichkeiten zu bieten, bei denen es wie beim Kneten sich selbst Aufgaben und Ziele setzen oder schlicht etwas probieren kann. Nicht nur vermeidet man so Überforderung, man fördert viel mehr die Kreativität. welche Figur kann aus einer anderen innert Kürze hergestellt werden?

3. Ausdauer: Oft unterschätzen Eltern, dass Kinder beim Basteln auf durchaus spielerische Art lernen, an etwas dranzubleiben, eine gewisse Hartnäckigkeit zu entwickeln. Deshalb sollten für Bastelaktionen oft nicht nur 30 Minuten vor dem Essen eingeplant werden, damit nicht häufig 'abgebrochen' werden muss.

4. Kommunikation: Ebenfalls gelegentlich vergessen geht, dass bereits mit frühen Bastelformen gleichzeitig die Fähigkeiten gefördert werden, eine Form, ein Material oder das Tun zu benennen, sich darüber auszutauschen. Wurde etwas produziert, sollte man am Ende als Erwachsener nicht nur lachen, wenn das Kind der Sache einen ganz anderen Namen gibt, als was man selbst darin sieht. Die Benennung ist ein letzter Schritt im Herstellungsprozess, ein genau so kreativer wie die vorhergehenden.

Klar, dass das zeitweilige Auf- und Ausstellen der gebastelten Dinge in der Wohnung, im Kinderzimmer, aber auch mal speziell im Wohnzimmer oder Küche (also bei den Eltern udn Geschwistern)neben dem Stolz auf das Getane die Kommunikation fördern.

DIE RISIKEN

Natürlich gilt es bei aller Begeisterung fürs Basteln, gewisse Sicherheitsvorkehrungen zu treffen:

a) Man sollte bei Kleinkindern möglichst die ganze Zeit über in der Nähe und einsatzbereit sein. Kinder sind auch kreativ im Entwickeln von Gefahrenpotential, das Mami oder Papi nicht vorhergesehen haben.

b) Speziell müssen bei Kleinkindern natürlich scharfe Gegenstände gemieden werden. Neben Schere oder Messer kann es sich dabei auch um ein gestärktes Papier handeln, an dem sich Kinderhände sofort geschnitten haben.

c) Bei den Kleinkindern gilt es speziell darauf zu achten, dass nicht mehrere derart kleine Bastelgegenstände greifbar sind, die nicht nur an oder ins Maul zu führen, sondern gut zu schlucken sind.

DIE VORBEREITUNG

Um neben dem Kind und den Nerven auch die Wohnungseinrichtung zu schonen, empfehlen sich regelmässig folgende, leicht aufwändige (weniger als Flick- oder Ersatzübungen an Mobiliar...) Vorbereitungen:

1. Einen geeigneten Platz suchen.
2. Diesen mit Plastikfolie oder Zeitungen, allenfalls mit Klebband am Boden befestigt, abdecken.
3. Den Kindern eine robuste Schürze, ein Übergwändli oder schlicht alte Kleidung (um die es nicht schade ist) anziehen.
4. Alle Utensilien zum Basteln bereit machen und auslegen (quasi ein Mise-en-place wie in der Küche). Nichts Ärgerliches, als wenn man schon voll bei der Sache etwas suchen, dafür den Bastelraum oder Bekleidungsteile verlassen und wieder anziehen muss.

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