19. Oktober 2018

Warum soll das Wetter schön werden, wenn man den Teller ausisst?

Journalistin Gabriela Bonin beantwortet Kinderfragen. Diesmal möchte Pius (6) aus Kaltbrunn SG wissen, warum man für schönes Wetter aufessen soll.

Warum soll das Wetter schön werden, wenn man den Teller ausisst?
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Ja, bei dieser Redewendung stimmt etwas nicht. Daran sind einige Missverständnisse schuld. Erstens: ein Übersetzungsfehler. Früher sagten die Norddeutschen manchmal: «Wenn du dien Teller leer ittst, gifft dat morgen goodes wedder.» Auf Hochdeutsch heisst dies: «… dann gibt es morgen wieder etwas Gutes.» Übersetzt aber wurde «goodes wedder», fälschlicherweise als «gutes Wetter».

Zweitens: Die Redewendung «Gut Wetter machen» bedeutet für gute Stimmung sorgen. Tatsächlich geniessen es viele Eltern, wenn ihre Kinder mit Genuss alles aufessen. Drittens: Unsere Gross- oder ­Urgrosseltern erlebten Zeiten, in ­denen auch hier Hunger herrschte. Damals bedeutete eine üppige Mahlzeit das volle Glück.

Heute hingegen leben wir im Überfluss. Viele Kinder essen zu viel. Das kann sie krank machen. Man sollte nur so viel essen, wie man mag – möglichst gesundes Essen. Ihr Kinder habt von Natur aus ein gutes Gefühl dafür, wann ihr satt seid. Stopft euch nicht so voll, als ob es morgen nichts mehr gäbe. Schmeisst aber auch nicht alles weg, was übrig bleibt. Wir sollten Lebensmittelabfall vermeiden. Wer von euch getraut sich, im Restaurant zu fragen, ob man die Reste mitnehmen darf? Oft schmecken sie am Tag danach besser.

Mit dieser Antwort verabschiedet sich unsere Kolumnistin Gabriela Bonin von euch, liebe Kinder. Wir wollen eure Fragen weiterhin beantworten, schickt sie uns an: kinderfragen@migrosmedien.ch

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