15. Oktober 2018

Warum sagt man Glückspilz?

Journalistin Gabriela Bonin beantwortet Kinderfragen. Diesmal möchte Leandro (5), Frenkendorf BL wissen, was es mit dem «Glückspilz» auf sich hat.

Warum sagt man Glückspilz?

In deiner Nähe stehen Wälder. Dorthin gehst du vermutlich gern zum Spielen. Vielleicht darfst du  im Wald auch mit deinen Eltern Pilze sammeln. Jetzt ist die beste Zeit dafür. Hast du schon beobachtet, wie schnell sie wachsen? Darum sagt man, sie «schiessen» aus dem Boden – vom dunklen Untergrund nach oben ans Licht.

Es gibt Menschen, die ebenso wie Pilze urplötzlich von unten nach oben kommen. Zum Beispiel, wenn sie im Lotto gewinnen und so auf einen Schlag reich werden. Oder wenn sie unverhofft eine hohe Position im Beruf erreichen. Man nennt sie auch «Emporkömmlinge». In England bezeichnete man solche Leute einst als «Mushrooms», das bedeutet «Pilze».

Früher hat man also auf Englisch jene Menschen als «Pilze» beschimpft, die nur durch Glück schnell reich oder mächtig wurden. Im Deutschen hat man diesen Gedanken übernommen und daraus, etwas freundlicher, einen «Glücks­pilz» gemacht. So nennen wir jemanden, der oft Glück oder grosses Glück hat. Du wolltest auch wissen, wie ein Glückspilz aussieht: Er ist rot mit weissen Tupfen, wie ein Fliegenpilz. Dieser ist giftig und ­irgendwie magisch. In unserer Kultur gilt er als Symbol für das Glück.

Wenn ich als Kind mit meinen ­Eltern Pilze sammeln ging, waren das immer schöne Stunden. Wer als Erster die seltenen, wunderbar aromatischen Steinpilze fand, ­wurde gefeiert. So wenig brauchte es, um ein Glückspilz zu sein. 

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Pilzkalender und worauf du beim Pilze sammeln achten sollst
So sehen Glückspilze aus

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• Faszinierend, wie der Fliegenpilz im Zeitraffer wächst:

Die wunderbare Welt der Pilze
Das ist der grösste Glückspilz der Welt

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