10. August 2018

Warum heisst es «blaumachen», wenn ich die Schule schwänze?

Journalistin Gabriela Bonin beantwortet Kinderfragen. Diesmal möchte Xavier (10) aus Engelberg OW wissen, warum es «blaumachen» heisst, wenn man die Schule schwänzt.

Schriftzug «Warum mache ich blau, wenn ich die Schule schwänze?
Lesezeit 2 Minuten

Als ich im Internet darüber nachforschte, fand ich vor allem Tipps, wie man am besten blaumacht. Darüber schreibe ich hier lieber nicht, sonst bekomme ich Ärger mit meiner Chefin. Es gibt ja einige Gruppierungen, die gar nicht gut aufs Schwänzen zu sprechen sind: Lehrer, Eltern, Chefs. Dabei hatte das Blaumachen einst mit einem ehrlichen freien Tag zu tun. Es gibt dafür verschiedene Erklärungen. Am beliebtesten ist wohl diese:

Früher färbten die Färber Stoffe mit einem Pflanzensud, der blaue Farbe produziert. Diesem Sud musste man Urin beigeben, damit er gut färbt. Es heisst, die Färber mussten deshalb viel Bier trinken, damit sie viel Urin produzieren konnten. Das sollen sie jeweils am Sonntag getan haben. Anschliessend wurden die Stoffe gefärbt und am Montag zum Trocknen aufgehängt. Die Färber hatten montags also nichts zu tun und waren ohnehin verkatert. Deshalb hatten sie offiziell frei.

Na ja, so ganz glaube ich das nicht. Es gab aber tatsächlich einst den sogenannten «Blauen Montag». Denn früher war es in vielen Handwerksbetrieben üblich, am Montag nicht oder nur halbtags zu arbeiten. Für sie bedeutete «Blauen Montag» machen das Gleiche wie nicht arbeiten. Damals war das montags also in Ordnung. Heute bewegt sich das Blaumachen irgendwo zwischen schelmischem Nichtstun und blanker Lüge.

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