14. April 2018

Warum hat man Fluchwörter erfunden?

Journalistin Gabriela Bonin beantwortet Kinderfragen. Diesmal möchte Levana (10) aus Beromünster LU wissen, warum es Fluchwörter gibt.

Warum hat man Fluchwörter erfunden?

Fluchwörter hat man sich ursprünglich ausgedacht, um jemanden mit einem Fluch zu belegen. Früher fürchteten sich die Menschen sehr vor solchen Unheilssprüchen. Verflucht zu werden war für sie vernichtend. Heute hörst du von dieser Art Fluch am ehesten noch in den Märchen. So steht in der Geschichte «Die Schöne und das Biest» ein Prinz unter einem Fluch und wird in ein Ungeheuer verwandelt.

Die meisten Leute sind sich heute kaum bewusst, was ihre Fluchwörter bedeuten. Sie schimpfen gedankenlos daher. Stell dir ihre Ausrufe mal wie in einem Bild vor: Wenn zum Beispiel jemand «Sch....» sagt: Du siehst vor deinem inneren Auge ein braunes Häufchen. Daher gibt es Leute, die lieber harmlose oder witzige Schimpfwörter ausstossen: zum Beispiel «Potzheiterefahne!» oder «du Lauch!»

Wie und warum Kinder fluchen:

Man sagt, es tue gut, Dampf abzulassen, und so zu zeigen: Schau her, ich bin wütend! Okay, das mag für gewisse Leute stimmen. Es gibt aber auch Kulturen, in denen die Menschen lernen, gar nicht erst Dampf aufkommen zu lassen. In Südostasien ist Wut ein Zeichen von Schwäche. Wir hier im Westen prahlen hingegen gern mit unseren Kraftausdrücken. Es steckt tatsächlich eine Kraft in ihnen. Die kann sehr verletzend sein. Manche Worte sind schärfer als ein Messer. Und zurückholen kann man sie nicht.

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Tipps gegen Schimpfwörter

Kreative Beleidigungen

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