31. Mai 2018

Warum fliegen die Menschen nicht mehr zum Mond?

Journalistin Gabriela Bonin beantwortet Kinderfragen. Diesmal möchte Alina Lin (7) aus Winterthur wissen, warum die Menschen nicht mehr zum Mond fliegen. Ein Weltraumforscher wirft einen Blick in die Zukunft.

Kinderfrage Schriftzug warum fliegen Menschen nicht mehr zum Mond?

Bald ist es so weit: Am 27. Juli erleben wir die längste totale Mondfinsternis dieses Jahrhunderts. Dank dir weiss ich von diesem grossen astronomischen Ereignis. Deine Mutter schrieb mir, du hättest in diesem Zusammenhang gehört, dass die Nasa eine Rakete zum Mars schickt. Darum willst du jetzt wissen, warum denn keiner mehr zum Mond fliegt.

Ein Weltraumforscher hat mir diese Antwort gegeben: Es reisen weiterhin unbemannte Sonden zum Mond – also Raketen ohne Menschen. Nur ist das niemals so spektakulär wie einst das «Apollo-Programm». Das war zwischen 1961 und 1972 ein Raumfahrtprojekt der Amerikaner. Damals herrschte der «kalte Krieg». Das bedeutet, dass die Amerikaner (die USA) und die Russen (damals: die UdSSR) sich überhaupt nicht mochten. Darum kämpften sie in der Forschung gegeneinander. Beide wollten mit allen Mitteln einen Wettkampf gewinnen: Wem gelingt es zuerst, einen Menschen den Mond betreten zu lassen?

Die Amerikaner schafften es 1969. Eine Sensation! Ihr Ziel war erreicht. Beide Nationen hörten danach mit den bemannten Missionen zum Mond auf. Es gab zwar noch bemannte Raumfahrten – allerdings nur noch zu Weltraumstationen. Seit 46 Jahren war kein Mensch mehr auf dem Mond. Es gibt aber wieder Hoffnung. Mehr dazu liest du in meinem Interview mit dem Weltraumforscher unten.

Hast du auch eine Frage zu einem aktuellen Thema? Dann sende eine E-Mail an: kinderfragen@migrosmedien.ch. Wenn wir deine Frage auswählen, erhältst du eine Migros-Geschenkkarte im Wert von 20 Franken.

Einige Weltraumagenturen wollen auf dem Mond bewohnte Aussenposten aufbauen.

Peter Wurz

Peter Wurz (56), Vater einer Tochter, ist Professor für Weltraumforschung und Planetologie am Physikalischen Institut der Universität Bern. Er und sein Team bauen aktuell ein Messinstrument, das 2022 eine acht Jahre dauernde Reise zum Jupiter antreten soll.

Peter Wurz

Hat die Raumforschung nach der Mondlandung von 1969 ihr Interesse am Mond verloren?

Nein, die Erforschung des Mondes ging nach dem Apollo-Programm weiter. Die USA und einige weitere Nationen haben unbemannte Raumsonden zum Mond geschickt. Zum Teil sind sie auch auf dem Mond gelandet. Neben den USA und Russland (ehemals UdSSR) sind heute auch Europa, Japan, China und Indien in der Mondforschung aktiv.

Welche weiteren grossen Erfolge verbuchte die Raumfahrt in den vergangenen Jahrzehnten?

Nach der Apollo-Mission zum Mond folgten andere Weltraummissionen. So besuchten Raumsonden der Nasa zum Beispiel die Planeten Merkur, Venus und Mars. Zwei Voyager-Raumsonden erreichten Planeten, die noch viel weiter von der Erde entfernt sind. Die UdSSR (heute Russland) hat seither unter anderem mehrere Weltraumstationen gebaut. Sie war mit der MIR sehr erfolgreich. Das ist der Vorläufer der jetzigen bemannten ISS. Diese kann man am Himmel mit blossem Auge beobachten.

Werden in Zukunft auch wieder Menschen den Mond betreten?

Einige Weltraumagenturen planen, bemannt auf den Mond zurückzukehren. Sie wollen dort einen längerfristig bewohnten Aussenposten aufbauen. Zum Teil würde dies auch als Vorarbeit für eine bemannte Mission zum Mars dienen. Auf dem Mars wäre nämlich ein längerer Aufenthalt notwendig, bevor man von dort aus wieder zur Erde zurückkehren könnte.

Videos über den Mond und Interessantes über die Jahrhundert-Mondfinsternis:

Pixi Wissen TV: Die Mondlandung
Apollo11 – die erste Mondlandung
Pixi Wissen TV: Planeten und Sterne
Wie ist das Leben auf der Raumstation MIR?
Alles über die Jahrhundert-Mondfinsternis

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