27. März 2019

Warum die Mieten stetig steigen

Obwohl mehr neue Wohnungen auf den Markt kommen, steigen die Mietpreise. Weil die teuren Objekte einen immer höheren Anteil ausmachen.

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Eigentlich sind es gute Nachrichten für Mieter: Aufgrund der regen Bautätigkeit hat sich das Angebot an neuen Mietwohnungen stark ausgeweitet. Die inserierten Mieten (Angebotspreise) der neueren Objekte sind unter Druck geraten. Zwar sind die regionalen Unterschiede nach wie vor ausgeprägt und an beliebten Standorten spüren Mieter beim Wohnungswechsel wenig von diesem Preisrückgang. Doch im Schweizer Durchschnitt sinken Angebotspreise seit drei Jahren.

Mietpreisindex vs. Preise neuer Wohnimmobilie
Quellen: Wüest Partner, Bundesamt für Statistik, SNB, Migros Bank

Insgesamt steigen die Mietpreise aber dennoch. Unter Einbezug aller bestehenden Wohnobjekte, die teilweise seit Langem vermietet sind, wird Zur-Miete-Wohnen immer teurer: Der Mietpreisindex, der die durchschnittlichen Mietkosten in der Schweiz abbildet, ist seit Beginn der Erhebung stetig gestiegen. Wie lassen sich diese unterschiedlichen Entwicklungen erklären?

In den vergangenen Jahren wurden viele neue Wohnungen mit hohem Ausbaustandard erstellt. Deren Mieten sind trotz steigender Leerstände und sinkender Angebotspreise noch immer deutlich höher als diejenigen von Altbauwohnungen. Der Aufschlag beträgt je nach Region zwischen zehn und 80 Prozent.

Da laufend neue, teurere Objekte auf den Markt kommen, machen diese einen immer höheren Anteil der Mietwohnungen aus. Das hebt die durchschnittlichen Bestandsmieten an. Allerdings steigt nicht nur der Preis, sondern in der Regel auch die Qualität des durchschnittlichen Mietobjekts. Hinzu kommt, dass die durchschnittlichen Mieten bestehender Objekte nicht wesentlich nachgegeben haben. Zwar ist der hypothekarische Referenzzins in den vergangenen Jahren gesunken. Auf der anderen Seite wurden Mieterwechsel und Renovationen jedoch vielfach zur Erhöhung der Mieten genutzt. 

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