13. Oktober 2017

Die Vorteile des Hausarztmodells

Zu hoher Prämienaufschlag? Es muss nicht immer gleich ein Wechsel sein. Viele Kassen bieten den Versicherten Hausarztmodelle zu tieferen Prämien an: Patienten sparen Geld und profitieren von einer umfassenden Betreuung.

Ärzte einer Praxisgemeinschaft tauschen sich an einem Tisch aus.
Gut vernetzt: Tauschen sich Ärzte aus, kann der Patient nur gewinnen.
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Kommunikation im Team gehört in Spitälern zum Alltag. Spezialisten teilen ihre Erfahrungen, wenn es darum geht, die bestmögliche Behandlungsmethode zu finden. Dieser gemeinsame Einsatz für das Wohl des Patienten hat neben der medizinischen Qualitätssicherung auch weniger Doppeluntersuche zur Folge und trägt dazu bei, die Behandlungskosten niedrig zu halten. Fällt die Spitaltür hinter einem zu, ist diese Effizienz oft zu Ende.

Integrierte Versorgung

Eine Ausnahme bieten Praxisgemeinschaften und vernetzte Arztpraxen, die den Patienten eine integrierte Versorgung ermöglichen – und diese ist aus verschiedenen Gründen sinnvoll. Die Ärzte sind Teil eines Teams und keine Einzelkämpfer. Jeder Untersuch und jeder Laborwert wird zentral erfasst, doppelte Behandlungen können dadurch ausgeschlossen werden, und die Behandlung erfolgt nicht in unkoordinierten Einzelschritten, sondern abgestimmt.

Zudem wird der Patient auch bei einer Abwesenheit kompetent betreut, da sein Dossier griffbereit ist. Für die Ärzte andererseits ergeben sich mehr Möglichkeiten, auch ausserhalb der Praxis Erfahrung zu sammeln – wie etwa als Team­arzt einer Sportmannschaft. Und diese Erfahrungen kommen wiederum dem Patienten zugute.

Viele Krankenversicherer haben diese Vorteile längst für sich entdeckt und belohnen Patienten mit tieferen Prämien, wenn sie sich für einen Arzt oder ein Zentrum entscheiden und als erste Anlaufstelle festlegen. Ob diese Variante für einen stimmt, steht und fällt oft mit dem Vertrauen in seinen Arzt.

Dr. med. Peter Schertenleib, Leiter Medbase Bern Zentrum

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