03. Januar 2018

Vorsätze fassen – und halten

Das Leben umkrempeln? Eine neue Partnerschaft eingehen? Weniger trinken? Beim Jahreswechsel werden wieder Vorsätze gefasst. Mit Mut und der richtigen Motivation gelingt die Umsetzung.

Frau mit Luftballonen
Wer Veränderungen aufgezwungen bekommt, kann einen inneren Widerstand verspüren. (Bild: Getty Images)

Klar ist: Es gibt kein Geheimrezept, wie die eigenen Wünsche und Vorstellungen erfolgreich umgesetzt werden können. Zwei Punkte sind aber entscheidend, ob eine Umsetzung gelingt oder nicht.

1. Von innen nach aussen

Bin ich auf dem Weg zu einer Entscheidungsfindung, ist es wichtig, meine Motivation zur Veränderung zu überprüfen. Ein Beispiel: Wenn es eher der Wunsch meines Partners ist, dass ich mit dem Rauchen aufhöre, hat die Verwirklichung des Vorsatzes wenig Aussicht auf Erfolg.

Ich selbst muss mir emotional sicher sein und eine innere Motivation haben, um eine Vorstellung willentlich zu gestalten und umzusetzen. Das innere Feuer ist entscheidend. Die wirkliche Transformation geschieht nämlich von innen nach aussen. Dies ist auch der Grund, weshalb rein externe Anreize, sei es durch den Partner, die Gesellschaft oder den Staat, eher scheitern oder sogar Widerstand erzeugen.

2. Mit Mut voran

Der nächste entscheidende Punkt, ob ein Vorhaben gelingt, ist das Überwinden der eigenen Angst. Das beste Beispiel hierzu ist Julius Cäsar. Als er 49 vor Christus mit seinem Heer den Fluss Rubikon in Norditalien überschritt, wusste er, dass es kein Zurück mehr gab. Er unterstrich dies der Legende nach mit dem Ausspruch «Alea iacta est» – «die Würfel sind gefallen» und setzte einen inneren willent­lichen Entschluss in die Tat um. Dabei war ihm sicher bewusst, dass er entweder römischer Kaiser oder sterben würde.

Weniger dramatisch, aber in der Kausalität identisch, gilt dies auch für unsere alltäglichen Entscheidungen. Wir können uns jahrelang mit einer inner­lichen Vorstellung auseinandersetzen – wenn wir sie nicht in die Tat umsetzen, bleibt sie ohne Konsequenz, und es verändert sich nichts in unserem Leben. Der Hauptgrund, dass wir immer wieder an der Umsetzung eines Vorhabens scheitern, ist die Angst. Wir begeben uns an das Ufer des Flusses und bemerken, dass das Wasser doch ziemlich kalt ist – und drehen wieder um. Deshalb fordert eine Veränderung den Mut, den inneren Entschluss in die Tat umzusetzen.

Emotional sicher

Damit ich dieser Angst begegnen kann und mutig werde, ist es entscheidend, dass ich innerlich klar und emotional sicher bin. Dann ist die Chance gross, dass ich die Angst, die vor der potenziell bevorstehenden Veränderung entsteht, überwinden kann. Und dass ich den Mut aufbringe, die Veränderung zu vollziehen. 


Autor: Peter Locher ist lic. phil., Fachpsychologe für Psychotherapie FSP, Medbase Bern Zentrum

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