25. Oktober 2017

Vom Kommen und Gehen

Brave New Girl findet es unsinnig, dass so viele Frauen aus Rücksicht aufs Ego ihres Romeos bei Unlust einen auf Meg Ryan machen ...

Frau auf dem Bett
Lesezeit 2 Minuten

Die Szene aus dem Film «Harry und Sally» ist unvergesslich: Meg Ryan und Billy Crystal sitzen sich im Restaurant gegenüber. Plötzlich atmet Ryan immer schwerer, dazu kommt ein langsames Stöhnen, nach einiger Zeit folgen Tritte gegen das Tischbein, laute Ausrufe, ein lustverzerrtes Gesicht. Danach isst sie einfach weiter. Als wäre nichts geschehen.

Was Ryans Figur Sally damit zeigen wollte? Wie einfach Frauen einen Orgasmus vortäuschen können. Neulich las ich eine Studie, wonach 80 Prozent aller Frauen beim Höhepunkt flunkern. Das ist an sich schon relativ schräg. Schliesslich glaube ich nicht wirklich, dass die Typen so dumm sind, um das nicht zu merken. Wirklich nachdenklich gestimmt hat mich einer der Hauptgründe: Frauen täuschen vor, um den Männern ein Erfolgsgefühl zu geben – also, um die Herren in ihrer Potenz und Männlichkeit zu bestätigen: Bist du gekommen? Wer antwortet da schon gern mit Nein.

Ich kenne keine Frau, die es nicht mindestens schon ein Mal vorgetäuscht hat. In meinem Umfeld war der Hauptgrund meist folgender: Es war nicht so, dass sie nicht auf die Typen standen. Meistens hatten sie einfach keinen Bock mehr und wollten, dass die Sache bald vorüber war. Sie fanden es aber seltsam, die Sache mittendrin abzubrechen.

Eigentlich ist das alles total unsinnig. Wenn der Vibe nicht stimmt, dann stimmt er nicht. Und dann ist es auch völlig okay, einen Abgang zu machen. Keine Frau muss das irgendjemandem erklären. Falls dieser Schritt das Ego des Romeos dermassen kränken sollte, müsste man vielleicht mal darüber reden, wie Männlichkeit definiert wird. Aber das ist ein anderes Thema.

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