11. Januar 2018

Volkszählung im Zoo

Wie viele Tiere leben eigentlich im Zoo? Einmal im Jahr wird genau gezählt. Das klingt einfach, ist bei einigen Arten aber eine richtige Knacknuss.

Flamingos im Walter Zoo
Schwer zu erfassen: Flamingos sind stets in Bewegung, deshalb setzt man bei der Zählung auf einen ruhigen Moment.

Was in Geschäften und Lagerhäusern passiert, ist auch bei uns angesagt: Inventar. Während einer Woche zählen wir alle Tiere. Natürlich wissen wir schon ungefähr, wie viele es sind – Zugänge, Abgänge, Geburten und Todesfälle werden laufend registriert, und unsere Tierpfleger schreiben täglich Rapporte. Seit der Eröffnung des Savannenhauses im vergangenen Sommer rechnen wir mit mit knapp 700 bei uns lebenden Tieren.

Nun müssen genaue Zahlen her – auch für eine Online-Datenbank, in der alle Zoos in Europa die Anzahl ihrer Tiere sowie deren Geschlecht, Alter und Krankengeschichten erfassen. Das erleichtert den Austausch der Tiere zwischen den Zoos und die Koordination der Zucht.

Von einfach bis unmöglich

Bei den Tigern ist das Zählen ja noch einfach: Dass wir zwei Exemplare haben, wissen wir – und zur Gewissheit reicht ein einziger Blick. Dagegen hatten die Berber-Streifengrasmäuse seit ihrem Einzug im Sommer schon drei Mal Junge! Hier lohnt sich das Nachzählen, auch weil wir bei dieser Gelegenheit fehlende Daten ergänzen können. Zum Beispiel das Geschlecht, das sich bei manchen Tieren nicht gleich nach der Geburt oder dem Schlüpfen bestimmen lässt und fürs Erste als «unbekannt» eingetragen wird.

Eine besondere Herausforderung ist das Zählen der Flamingos: Das sind viele Tiere, und sie sind praktisch immer in Bewegung. Der Pfleger muss einen Moment erwischen, in dem sie einigermassen ruhig stehen. Bei Wellensittichen funktioniert das nicht: Die zahlreichen Tiere im Schwarm – es sind Dutzende – können wir schlicht nicht zählen. Hier wissen wir nur, wie viele Sittiche wir erhalten haben, wie viele gestorben und wie viele geschlüpft sind. Bei Insekten funktioniert nicht einmal das – wir registrieren bloss einen Grundbestand.

Auch die Europäischen und Afrikanischen Sumpfschildkröten zählen wir nicht: Wir lassen sie während der Winterstarre auf dem Grund des Teichs in Ruhe und zählen sie erst im Frühling. Wir stören keine Tiere, nur weil wir Menschen genaue Zahlen wollen.

Karin Federer (31) ist Tierärztin und berichtet regelmässig aus dem Walter Zoo in Gossau SG.

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