11. Juni 2018

Velofahren fürs Vaterland

1941 lancierte die Migros-Tochter Hotelplan erstmals Veloferien – nicht der Umwelt, sondern der Heimat zuliebe.

Velofahrer in den 40er-Jahren
Treibstoffmangel machte in der Schweiz der 40er-Jahre Veloferien populär. (Bild: Keystone.)

Wer sich heute auf den Velosattel schwingt, tut das meist freiwillig und nicht etwa, weil er muss. Man entscheidet sich bewusst fürs Zweirad, weil man etwas fürs den Klimaschutz oder für die eigene Fitness tun möchte.

Ganz anders war das, als der Migros-Reiseanbieter Hotelplan 1941 seinen Kundinnen und Kunden erstmals Veloferien offerierte. Das geschah damals aus purer Not: Im Krieg war der Treibstoff rationiert, und der Autoverkehr kam teilweise fast zum Erliegen. Ausländische Feriengäste blieben aus, und viele Hoteliers waren vom Ruin bedroht.

Das Migros-Reisebüro lancierte seine All-Inclusive-Veloferien gemeinsam mit 420 einheimischen Hotels, 21 Strandbädern, 30 Verkehrsgesellschaften sowie 14 Kinos, Kursälen und Dancings. Auf bunten Plakaten pries Hotelplan das Arrangement an. Der Werbeslogan dazu lautete: «Chum, lueg d'Heimat ah!» 5000 Kunden buchten die Veloferien und radelten mit dem guten Gefühl durch die Schweiz, etwas für die Heimat zu tun.

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