05. Juli 2017

US-Technologieunternehmen sorgen für Dampf

Amerikanische Aktien sind zurzeit teuer, aber eine Investition wert. Hinter der Hausse stecken solide Unternehmen.

US-Technologieunternehmen sorgen für Dampf
Gewinnmargen amerikanischer und europäischer Aktien: Schon seit einigen Jahren erwirtschaften US-Unternehmen mehr Gewinn (EBITDA-Marge) als die der Eurozone. Quelle: Bloomberg
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Amerikanische Aktien sind gefragt wie selten zuvor. Die US-Aktienindizes haben im Juni neue Allzeithochs erklommen. Die Argumentation, diese Börsenhausse sei nur der Notenbank und den tiefen Erträgen bei Obligationen zu verdanken, greift zu kurz: In den USA liegen die Zinsen auf einem deutlich höheren Niveau als in der Schweiz oder in der Eurozone. Amerikanische Anleger hätten folglich gute Gründe, in Obligationen statt in Aktien zu investieren.

Dennoch trifft es zu, dass die Investoren auch in den USA bereit sind, immer höhere Preise für Aktien zu zahlen. Sie beurteilen die langfristigen Geschäftsaussichten optimistischer als noch vor ein paar Jahren, insbesondere die der schnell wachsenden Technologieunternehmen. Diese sind teilweise sehr teuer bewertet. Tatsächlich weisen US-Unternehmen im internationalen Vergleich aber auch eine besonders hohe Profitabilität auf (siehe Grafik).

Viele US-Unternehmen haben sich über Zusammenschlüsse und Akquisitionen vor allem in den USA eine dominante Marktstellung erarbeitet und hohe Markteintrittsbarrieren für neue Konkurrenten errichtet. Diese Unternehmen erwirtschaften höhere Gewinne und sind finanziell besser aufgestellt als diejenigen, die sich in einem Segment mit hohem Wettbewerbsdruck befinden. US-Aktien sind deshalb auch für ausländische Investoren sehr attraktiv. Mit der höheren Bewertung des US-Aktienmarkts sind allerdings auch die Korrekturrisiken gestiegen.

Im Moment ist es daher ratsam, beim Erwerb von US-Aktien selektiv vorzugehen und nur punktuell Titel hinzuzukaufen. Wer breit in Aktien investiert ist, sollte aber trotz der zurzeit hohen Kosten nicht auf US-Titel verzichten: Damit bekommt der Anleger gute Qualität, und diese hat bekanntlich nun mal ihren Preis.

Autor: Christoph Sax (41) ist Chefökonom der Migros Bank.

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