05. November 2017

United States of Amazing

Brave New Girl trifft in New York auf lauter übereuphorische Menschen. Das ist amazing – aber auch anstrengend.

Manhattan
Für ein Schweizer Käsli wie das Brave New Girl ist der Big Apple erst einmal einfach nur – amazing (Bild: Pixabay.

Wenn man als extrovertierter Mensch zum ersten Mal in seinem Leben amerikanischen Boden betritt, fühlt sich das «Land der Freien» ein bisschen wie Heimat an.

Wohl nirgends auf der Welt sind die Menschen so übereuphorisch wie in den USA. In New York etwa wird man mit der Standardbegrüssung «Hey! How are you?» gleich mal nach seinem Befinden gefragt. Natürlich ist das eine Floskel, aber nett ist es trotzdem. Wenn man mit einem Ami über einen Museumsbesuch oder ein sonstiges Erlebnis spricht, ist Understatement fehl am Platz: Wenn etwas gut ist, ist es entweder «awesome» oder «amazing».

Die Leute sind so offen, dass man praktisch an jeder Strassenecke in Small Talk verwickelt wird. Die Barkeeper verschenken dir ihre Telefonnummern, als wären es Visitenkarten, und im Viertel rund um die legendäre Schwulenbar Stonewall Inn kann man mit so ziemlich jedem über den neuesten Sketch der Komikerin Kate McKinnon fangirlen.

Muss ich nun die Subway in Richtung Bronx oder Brooklyn nehmen? Welches
Ticket brauche ich? Ein Ami hilft dir. Du kannst in New York, wo jeder einzelne Mensch zweihundert Prozent cooler ist als du, mit einem ausgefallenen Kleid herumlaufen, und ein Dutzend Leute schreit dir ein Outfit-Kompliment ins Gesicht.

Natürlich ist das alles auch ein bisschen oberflächlich – mit der Zeit vielleicht auch anstrengend. Aber ab und zu tut einem Schweizer Käsli wie mir die volle Dosis Amazing richtig gut. 

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