07. Juli 2017

Üble Nachrede

Fidels Besitzer sorgt sich um das Image seines Schmusekaters.

Kater Fidel
«Fidel macht nie Radau», schreibt sein Besitzer – und sieht rot. (Foto: Marc Böhler)

Ich habe eine Rote Karte erhalten: Mein Partner findet die Büsi-Kolumne nicht so lustig. Er stört sich nicht etwa daran, dass ich unsere Beziehung an die Öffentlichkeit trage. Vielmehr sorgt sich mein Liebster um den Ruf seines Katers. In einem erbosten Mail schreibt er: «Das ist üble Nachrede. Fidel macht nie Radau.» Er miaue jeweils bloss leise, springe dann aufs Bett und schnurre einem süss ins Ohr. Ein einziges Mal sei er bisher laut geworden: «Da hast du ihm am Vortag zu wenig zu fressen gegeben!»

Eigentlich hätte ich mit dieser Reaktion rechnen sollen. Er nimmt den Pelz immer in Schutz. Darum ist das Tier auch so verwöhnt und verhätschelt.

Ein Beispiel: Am Morgen erhält Fidel jeweils eine Pille, die gegen Katzenherpes wirken soll. Es handelt sich dabei um eine sogenannte Easypill, die eigentlich eher wie ein Goodie als eine Tablette daherkommt. Die Pastille muss man dem verzogenen Ding auf der Hand anbieten, mehrmals zerbröselt, damit dann garantiert beide Hände danach stinken.

Wenn der Herr das Angebot ablehnt und sich wieder vom Acker macht, muss man ihm folgen und ihm den Leckerbissen erneut unter die Nase halten, so lange, bis er sich die Häppchen schnappt.

Also eigentlich muss man überhaupt nichts. Denn wenn ich allein zu Hause bin und das Kätzchen etwas auf Diät setze, verschlingt es die Pille ohne zu zögern, in einem Stück, direkt aus dem Napf.

Fakt ist: Das Tier hat einfach meist nicht genügend Hunger, weil es im Paradies lebt, mit fixen Mahlzeiten um Punkt 7 und Punkt 19 Uhr. Dann jeweils dreht der Fresscomputer, und eine neue Portion Trockenfutter kommt zum Vorschein. Eigentlich überhaupt nicht artgerecht – schliesslich kommen die Mäuse auch nicht zu fixen Zeiten aus ihren Löchern.

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