22. November 2017

Über den Wolken am Genfersee

Das Waadtland verfügt über neue Attraktionen: In Lausanne befindet sich das grösste Süsswasseraquarium Europas, in Vevey «Chaplin's World» und auf dem Mont Pèlerin die beste Adresse zum Übernachten.

Hotel Miardor, Mont Pèlerin
Fünfsterneaussicht vom Hotel Mirador Resort & Spa auf den Genfersee und die Alpen (Bild: zvg).
Lesezeit 3 Minuten

Die Warteschlange vor der Kasse des Aquatis oberhalb von Lausanne VD ist lang. An diesem Samstagmorgen sind es vor allem Familien mit Kindern, die das grösste Süsswasseraquarium-Vivarium Europas entdecken möchten. Fast zwei Millionen Liter Süsswasser, 20 Ökosysteme, 100 Reptilien und 10'000 Fische aus fünf Kontinenten sehen die Besucher auf ihrem Rundgang. 29 Franken kostet der Eintritt, Kinder von 5 bis 15 Jahren bezahlen 19 Franken (Kinder bis 5 sind kostenlos). Die Süsswasser-Weltreise, für die man mindestens 90 Minuten einplanen sollte, führt unter vielem anderen zu Begegnungen mit Piranhas, dem Alligatorhecht aus dem Mississippi und einem Komodowaran.

Fast zwei Millionen Liter Süsswasser: Lausannes neueste Attraktion Aquatis

Per Touchscreen können die Besucher zwischen Französisch, Englisch und Deutsch wechseln und so die Namen der Tiere in den Aquarien erfahren. Schade, dass die Übersetzungen auf Deutsch noch nicht überall geladen sind: Lausannes neueste Besucherattraktion eröffnete am 21. Oktober 2017. Teil des Komplexes sind auch ein Drei-Sterne-Hotel, zwei Restaurants und ein Parkhaus mit 1200 Plätzen. Wer mit dem ÖV anreist, benützt die U-Bahn bis zur Station Lausanne-Vennes.

Die Aussicht auf den Lac Léman vom Hotel Le Mirador ist unbezahlbar.

Für Geniesser gibt es zum Übernachten in der Region vor allem eine Adresse: das Hotel Le Mirador Resort & Spa auf dem Mont Pèlerin. Zu diesem Ort hoch über dem Genfersee fährt eine Standseilbahn, ganz in der Nähe des Nestlé-Hauptsitzes in Vevey VD, in zwölf Minuten zur gut 800 Meter über Meer gelegenen Bergstation Mont Pèlerin. Das historische Luxushotel, 1904 als «Centre médical Mon-Repos» erbaut, hat 63 Zimmer (Superior-Zimmer im Winter ab 190 Franken pro Nacht), wovon 58 Junior-Suiten sind. Die Basler Hotelière Yvette Thüring führt das einstige Kempinski-Hotel und heutige Mitglied der Leading Hotels of the World und der Swiss Deluxe Hotels umsichtig und souverän. Seit 2016 gehört das «Mirador» übrigens wie die Uhrenmarken Eterna und Forum zur chinesischen Gruppe Citychamp Dartong mit Eigentümer Hon Kwok Lung. «Bis im März 2019 sind 72 Zimmer geplant. Unsere Lage ist einzigartig und lädt zum Wandern ein, zu Weindegustationen oder Besichtigungen», informiert Thüring.

Japanische Spitzengastronomie gibt es im neuen Restaurant Hinata.

Und seit Juli 2017 gehört zum «Mirador» das japanische Spitzenrestaurant Hinata. Vorspeisen, Sashimi und Nigiri-Sushi gibt es in allen Variationen. Sehr empfehlenswert sind auch die Ramen-, Udon- und Soba-Variationen aus dem Nudeltopf sowie die Teriyaki-Hauptgerichte. Zu den Fischgerichten passt ein lokaler Chasselas vom Genfersee. Doch man sollte zusätzlich nach der Sake-Degustation drei sehr unterschiedliche Vertreter verlangen.

Das zweite Mirador-Restaurant, Le Patio, wurde neu gestaltet und überzeugt mit französischen Klassikern wie Foie gras de canard (22 Franken) oder Filet de boeuf (58 Franken). Im «Le Patio» wird auch das auffallend vielseitige Frühstücksbuffet aufgebaut – mit Humus (für die Gäste aus dem arabischen Raum und selbstverständlich alle anderen) und Dim-Sum (für die Asiaten). Überraschend viele Kunden sind noch nicht 40 Jahre alt.

Im Vinorama in der Nähe von Cully VD gibt es regionale Weine im Offenausschank.

Obwohl das Hotel über ein Hallenbad und ein Spa verfügt, sollte man unbedingt auch die Umgebung auskundschaften. So locken Wanderungen in den Lavaux-Rebbergen, das Schloss Chillon, das Lavaux-Vinorama direkt am Genfersee mit rund 70 offenen Weinen aus der Region, der Weihnachtsmarkt Montreux, die Käserei in Gruyère oder Wanderungen im Gebiet des Rochers-de-Naye.

Chaplin lebt: zumindest in der «Chaplin's World» in der Nähe von Vevey. Der Besucher erhält teilweise intime Einblicke in das Privatleben des englischen Künstlers.

Am nächsten gelegen ist die absolut empfehlenswerte «Chaplin’s World» auf einer Anhöhe ob Vevey gelegen. Das Museum geht mit vielen Sequenzen auf das filmische Schaffen von Charlie Chaplin ein, zeigt aber auch wenig Bekanntes und Privates seiner letzten Lebensjahre in dieser Villa. Bei schönem Wetter spaziert man im vier Hektar grossen Park, den der Schauspieler schon so sehr geliebt hat: Die 24 Franken Eintritt (Kinder von sechs bis 15 Jahren 18 Franken, darunter kostenlos) sind eine gute Investition und ein weiteres Argument, wieder einmal die Romandie zu besuchen.

In dieser Villa lebte Charlie Chaplin mit seiner dritten Frau und einer grossen Kinderschar. Heute gehört das Gebäude zur «Chaplin's World».

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