06. Oktober 2014

Traumberuf Fernfahrer

Er hat den Traumberuf vieler kleiner Buben ergriffen: Fernfahrer Rolf Funk erzählt über sein Gefühl im Führerstand.

LKW-Fahrer Rolf Funk
Schwergewicht: Der Lastwagen von Rolf Funk wieg 15 Tonnen und hat 440 PS unter der Haube.

Kurz nach acht Uhr morgens beugt sich Rolf Funk über sein Lenkrad und tippt sein Fahrziel ins GPS-Gerät. Nach schnellem Studium der Strassenkarte dreht er den Zündschlüssel. Die 440 PS brummen los unter der Führerkabine, in der zwei Meter über der Fahrbahn Fahrer Funk in seinem bequemen Sessel thront. Vom Hauptsitz des Transportunternehmens Planzer in Dietikon ZH sind es nur wenige Minuten bis auf die Autobahn A1.

Knapp zwei Stunden später setzt Fernfahrer Funke bei Murten FR den Blinker und fährt darauf beim ersten Kunden dieser Tour vor: Eine Bootswerft, die auf hochwertige Holzplatten wartet. Auch der zweite Kunde wenige Kilometer südlich wartet auf Holz: eine Möbelschreinerei. Und auch hier hilft der Fernfahrer beim Entladen. «Es ist mir ein Anliegen, meine Kunden zuvorkommend zu bedienen», sagt er, «ihnen beim Beladen ihrer Güter behilflich zu sein, Transportschäden zu verhindern und auch mal dort Hand anzulegen, wo es eigentlich nicht meine Aufgabe ist.»

Rolf Funks Arbeitstag im Führerstand.

Und offenbar wissen das die Kunden zu schätzen. «Es gibt solche, die bei meinem Arbeitgeber wünschen, dass ich den Transport ausführe. Dieser Umstand oder auch eine kleine Geste der Anerkennung, wie etwa ein dankbarer Händedruck, machen mich glücklich und zufrieden. Mehr brauche ich nicht.»

Um 11.05 Uhr steuert Rolf Funk seinen Sattelzug wieder zurück auf die Autobahn Richtung Genf, dem heutigen Tageshauptziel. Kurz nach zwölf Uhr mittags fährt er bei Rolle VD von der Autobahn ab. «Beim Bahnhof gibt es ein Fernfahrerlokal, das zu den besten zählt», weiss er. Andere wissen das auch. Rolf Funk lässt es sich schmecken. Er hat immerhin schon sieben Arbeitsstunden hinter sich. Um fünf Uhr morgens hat er seinen Laster nach einem Unterhaltsservice in der Werkstatt in Dällikon ZH abgeholt und seine Kabine wieder eingeräumt.

Dann ist er nach Embrach ZH gefahren und hat zehn Paletten Waschmaschinen für Genf geladen, bevor er nach Dietikon fuhr, um die Holzlieferung für unterwegs zu laden. «Tagwache war heute um 03.15 Uhr. Also etwas früher als sonst.» Um 19.50 Uhr ist Funk mit seinem 15 Tonnen schweren Laster wieder zurück in Dietikon. Fast zwölf Stunden seit der Abfahrt nach Genf, 15 Stunden seit Arbeitsbeginn und 17 Stunden seit seiner Tagwache. 626 Kilometer ist er heute mit seinem Laster gefahren. «Ich brauche nicht viel Schlaf. Und bis 13 Arbeitsstunden täglich sind für mich normal. Das macht mir nichts aus, ich arbeite schliesslich in meinem Traumberuf.»

Bilder: Paolo Dutto

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