16. Oktober 2017

Tolles und weniger Tolles am Selbständigsein

Arbela Statovci hatte eine Idee. Eine gute, wie sich herausstellte. Wie aus der Idee ein Start-up wurde und wieso die Selbständigkeit sie erfüllt, erzählt uns die 29-Jährige im Interview. Profi-Tipps inklusive.

Person mit Tasse in der Hand, Aufschrift "Like a boss"
Das Tollste am Selbständigsein: Du bist dein eigener Boss. (Bild: Unsplash)

Wenns ums Essen geht, bin ich ganz Ohr. Wenn daraus ein Business entsteht, hinter dem eine motivierte, tatkräftige, junge Person steht, dann erst recht.

Arbela Statovci ist Mitgründerin und Geschäftsführerin von «massgekocht». Das Start-up ist spezialisiert auf Mahlzeiten, die auf die persönlichen oder sportlichen Ziele seiner Kunden massgekocht werden. Geliefert wird direkt ins Fitnessstudio oder an den Arbeitsplatz. Tolle Sache! Die Idee dazu hatten die 29-Jährige und ihre Geschäftspartnerin vor zwei Jahren, kündigten dann vor einem Jahr ihren damaligen Job und legten los mit dem Selbständigsein.

Was war der Auslöser zur Selbständigkeit?

Die Idee ist während unseres Studiums entstanden. Als wir unsere Idee vortrugen, erhielten wir eine positive Resonanz von unserem Dozenten. Sein Feedback, dass er unsere Idee gut fand und investieren würde, war der Auslöser für mich. Meine Geschäftspartnerin und ich entschieden uns dann relativ schnell, dass wir es nicht bei einer guten Idee belassen wollen. Wir stehen zu 200 Prozent hinter unserer Idee.

Was motivierte dich?

Meine Motivation war, aus dem Nichts etwas aufzubauen. Ich gehöre zu den Menschen, die etwas auf der Welt bewegen möchten. Ich möchte ein Teil von etwas Grossem sein. Es war und ist mir wichtig, einen Mehrwert für unsere Gesellschaft zu leisten. Mit «massgekocht» setzen sich meine Co-Founder und ich dafür ein, dass wir gesunde Menschen in einer gesunden Schweiz erreichen.

Ich gehöre zu den Menschen, die etwas auf der Welt bewegen möchten.

Welches sind die Vorteile?

Na ja, man ist sein eigener Chef☺. Man entscheidet selber, in welche Richtung man geht, und prägt somit das Unternehmen massgeblich mit. Wir als Team diskutieren und probieren vieles aus. Ein weiterer Vorteil ist die Agilität und die grüne Wiese, die wir als junges Start-up geniessen dürfen. Wenn eine Idee nicht hinhaut oder sich als positiv erweist, reagieren wir flexibel.

Das tönt ja alles wunderbar! Raus mit der Sprache: Welches sind die Nachteile?

Das Wort «selbständig» bringt es auf den Punkt: selbst und ständig. Die Zeit ist generell ein rares Gut. Bei selbständigen Unternehmern ist Freizeit oder genügend Schlaf kein Thema. Man denkt immer an das eigene Unternehmen, jede Sekunde.

Das Wort «selbständig» bringt es auf den Punkt: selbst und ständig.

Arbela Statovci hat sich für die selbständige Erwerbstätigkeit entschieden. Das war ihrer Meinung nach die beste Entscheidung überhaupt - «ich brenne für unser Baby».

Was sind die Herausforderungen?

Da wir «nur» zu dritt sind, gilt es, alle Bereiche unter uns aufzuteilen. Wir haben alle unsere Stärken und Schwächen, sind aber komplementär aufgestellt, was vieles erleichtert. Wir haben uns noch nie selbständig gemacht, d.h., einige Aufgabenbereiche üben wir zum ersten Mal aus und müssen uns zuerst einlesen und einarbeiten. Wichtig ist jedoch, dass wir wissen, wo wir uns Hilfe holen. Immerhin☺.

Bei selbständigen Unternehmern ist Freizeit oder genügend Schlaf kein Thema.

Sharing is caring. Gibst du unseren Leserinnen und Lesern noch den einen oder anderen Tipp?

Wenn ein reales Interesse da ist, dann würde ich sagen: Just do it. Ich habe während des Studiums mit «massgekocht» gestartet. Glaubt mir, das war keine einfache Zeit neben den Prüfungen, Vorlesungen und vor allem neben dem Schreiben für meine Bachelorarbeit. Aber: Es war die beste Entscheidung, die ich hätte treffen können, denn ich mache das, was ich liebe. Es fühlt sich nicht wie Arbeiten an, sondern wie das Ausüben meiner Passion und meines Hobbys. Ich brenne für unser Baby.

Wieso halten sich deiner Meinung nach viele zurück, den Sprung in die Selbständigkeit zu wagen?

Ich denke, es gibt zu viele «Vieldenker», die sich in ihrer Komfortzone verbarrikadieren und Angst haben, dass sie ihr Sicherheitsnetz verlieren. Das ist keine gute Voraussetzung. Es ist dennoch sehr wichtig, auch mal etwas zu riskieren. Ich erzähle euch lieber nicht, wie es bei mir persönlich finanziell aussieht☺. Es ist aber auch nicht wichtig, denn Geld kommt und geht. Das sollte kein Motivator sein. Was zählt, ist, dass man lebt, dass man für den eigenen Traum einsteht. Dass man den Nervenkitzel und das Risiko spürt. Es geht um das Gefühl, etwas aus dem Nichts zu schaffen und es wachsen zu sehen.

Kurz und bündig - Arbelas 5 Tipps für Selbständige und solche, die es noch werden möchten:

  • Nicht zu lange überlegen
  • Einfach machen und ausprobieren
  • Wer nicht wagt, der gewinnt nichts
  • Sei offen: Netzwerke, so viel es geht, erzähle den Menschen von deiner Idee und hole Feedback ein
  • Ein gutes Team ist ALLES

Geld kommt und geht. Das sollte kein Motivator sein. Was zählt, ist, dass man lebt, dass man für den eigenen Traum einsteht.

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