10. August 2017

Test: Das Netgear-Arlo-Pro-Sicherheitssystem

Die Überwachungskamera Netgear Arlo Pro lässt sich vielseitig einsetzen, zum Beispiel im Kinderzimmer oder beim Gartensitzplatz. Das Sicherheitssystem muss sich aber selbst Fragen zur Sicherheit gefallen lassen.

Die Netgear Arlo ist eine Überwachungskamera der Extraklasse
Die Netgear Arlo Pro ist eine Überwachungskamera der Extraklasse (Bild: zVg).
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Mit Netzwerkgeräten ist es so eine Sache. Die Sache ist die: Das Einrichten ist oft so kompliziert, dass selbst technisch bewanderte Menschen nach einer Stunde entnervt aufgeben.

Mit dem «Netgear Arlo Pro» ist die Sache zum Glück eine ganz andere: Noch nie habe ich ein Gerät so schnell und unkompliziert ins Heimnetzwerk geklinkt wie diese Überwachungskamera. Basisstation am Router anschliessen – die beiden kabellosen Kameras koppeln – App installieren – fertig.

In weniger als fünf Minuten waren die Kameras im Kinderzimmer und beim Gartensitzplatz platziert, und die Livebilder konnten auf dem Handybildschirm angerufen werden. Ebenso zuverlässig funktioniert der integrierte Bewegungsmelder: Das Smartphone vibrierte, wenn sich jemand ins Sichtfeld der Kamera begab und speicherte automatisch einen 10-sekündigen Videoschnipsel, der via Smartphone abgerufen, heruntergeladen und weitergeschickt werden kann. Die Qualität von Bild und Ton stimmt, sogar bei schlechten Lichtverhältnissen, weil die schlauen Kameras automatisch auf Nachtsichtmodus umstellen.

Im Kaufpreis von rund 590 Franken inbegriffen ist nebst den beiden Kameras und der Basisstation Speicherplatz von 1 GB. Das reicht laut Herstellerangaben für rund sieben Tage Videomaterial. Das ist bei einer normalen Nutzung völlig ausreichend.

Problematisch ist allerdings der Speicherort: Bilder und Videos aus deinem Zuhause landen automatisch auf Servern des Herstellers Netgear. Du hast keinen Einfluss darauf, wie gut das Material gesichert ist. Ebenso unzulänglich gesichert sind die Kameras selbst: Wer sich auskennt, kann darauf zugreifen, sie deaktivieren oder intime Blicke erhaschen.

Das Risiko, dass das passiert, ist zwar vergleichsweise gering, aber unzweifelhaft vorhanden. Deshalb kann die Kamera erstens keine professionelle Alarmanlage ersetzen und sollte zweitens nur mit Bedacht eingesetzt werden – etwa während einer Ferienabwesenheit der ganzen Familie.

Fazit: Ja, aber ...

Beim Netgear-Arlo-Pro-Sicherheitssystem gibts eigentlich wenig auszusetzen. Es lässt sich äusserst simpel einrichten und konfigurieren, liefert gute Bild- und Tonqualität und eine übersichtliche App, mit der man von überall in die eigenen vier Wände blicken kann.

Nur ist das mit der Sicherheit des Sicherheitssystems – trotz alledem – so eine Sache: Die gespeicherten Bilder und Videos landen auf Netgear-Servern statt auf dem eigenen Netzwerkspeicher (NAS). Und es fehlen Sicherheitsmechanismen, um die Kameras gut gegen Zugriffe von Dritten zu schützen. Beides natürliche Kompromisse, die die Einfachheit der Überwachungskameras mit sich bringt. Wer diese mit Bedacht einsetzt, kann trotzdem profitieren.


Netgear Arlo Pro Sicherheitssystem mit 2 Kameras ist für 589 Franken bei Melectronics.ch erhältlich.

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