27. April 2015

Tattoos ohne Grenzen – jeder darf mal

Tätowierungen werden immer beliebter. Nicht alle, die sich damit schmücken, lassen sie in einem offiziellen Studio machen. Vor allem die Tattoo-Partys, die derzeit vielerorts stattfinden, sind laut Experten bedenklich.

tätowierte Mutter mit Kind
Körperschmuck mit Risiken? Eine tätowierte Mutter mit Kind. (Bild: Getty Images)

Es wird wärmer, die Leute zeigen mehr Haut – und die Tattoos kommen wieder zum Vorschein. Zum Saisonstart haben viele Tattoo-Studios besonders viel zu tun. Andere sind immer voll ausgelastet. Je nach Studio betragen die Wartezeiten für einen Termin einige Tage, Wochen, Monate bis hin zu einem Jahr.

Luc Grossenbacher («Lacky»), der Präsident des Verbands Schweizer Berufstätowierer, schätzt, dass es in der Schweiz etwa 600 offizielle Tattoo-Studios gibt und rund 1200, die im Graubereich walten. Bloss 37 Studios führen das Hygiene-Quality-Label, das auf Ersuchen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) zusammen mit den Fachverbänden geschaffen wurde. Es belegt, dass der Inhaber die vom BAG empfohlenen Richtlinien erfüllt, einen Erste-Hilfe- und Hygienekurs absolviert hat und mindestens seit fünf Jahren den Beruf ausübt.

Grossenbacher findet die geringe Anzahl sehr bedenklich. Er hofft, dass die Richtlinien mit der laufenden Revision des Heilmittelgesetzes zwingend werden. Denn: «Heute dürfen Hinz und Kunz tätowieren.»

Mit grosser Skepsis beobachtet Grossenbacher die Tattoo-Partys, die derzeit in sind. Jemand bestellt online ein Tattoo-Set, und man bemalt sich munter gegenseitig. «Die Pfuscharbeiten, die dabei entstehen, sind zum Teil irreparabel und bergen gesundheitliche Risiken.»

Tätowierer arbeiten mit einem Stundenansatz von rund 200 Franken. Ein grossflächiges Tattoo kann bis zu 20'000 Franken kosten. Eine Laserbehandlung zur Entfernung beträgt zirka 500 Franken pro Sitzung, in der Regel braucht es vier bis acht davon.

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