26. Januar 2016

Neues Familienresort in Brigels

Am 17. Dezember 2015 hat in Breil/Brigels das «Pradas Resort» eröffnet. Die Betreiberin, die Bergbahnen Brigels Waltensburg Andiast AG, will mit den total 434 Betten ihre Infrastruktur besser auslasten.

Pradas Resort, Brigels, Dorfbrunnen
Die insgesamt 16 Häuser verteilen sich um einen Dorfbrunnen...

So hatte sich Direktor Beat Zenklusen die Eröffnung des «Pradas Resort» kurz vor Weihnachten nicht vorgestellt: 15 Grad und grüne Skipisten – und das bei vollem Haus. «Wegen der hohen Temperaturen konnten wir nicht einmal beschneien», erzählt Zenklusen, der gleichzeitig als Chef der Bergbahnen Brigels Waltensburg Andiast amtet. Kurzerhand liess er den benachbarten Golfplatz öffnen: «Unzählige Kinder versuchten sich beim Einlochen, ein riesen Spass für alle. Andere Familie liehen sich Mountainbikes oder gingen reiten.» Am 25. Dezember kam dann der Winter doch noch im rätoromanisch geprägten Bergdorf und damit auch im «Pradas Resort» an. «Schnee gut», heisst es Ende Januar.

Das neue Dreisterne-Superior-Resort «Pradas» (rätoromanisch für «Wiesen») umfasst 16 Minenergie-Häuser mit total 434 Betten. Familien respektive Gruppen können zwischen 83 Appartements für vier, sechs oder acht Personen wählen. Die Wohnungen werden ab 3 Tage und inklusive Bettwäsche, Heizung, Strom und Wasser und Kurtaxe vermietet. Die Räume präsentieren sich schlicht, aber hochwertig: massive Eichenböden, karierte Stoffvorhänge und schwarzweise Fotos von einem Brigels von annodazumal an den Wänden – man könnte auch von dezentem Alpenchic sprechen.

Die offenen Küchen sind mit Glaskeramikherd, Mikrowelle, Geschirrspüler und Kaffeemaschine bestückt, ein kostenloses WLAN und je zwei Flachbildschirme sind Standard. Jedes Haus wartet mit einer Waschküche auf, die Skikeller sind beheizt und die Nutzung von Hallenbad und Saunaanlage inbegriffen. Bisher mussten Zenklusen und sein Team nur Kleinigkeiten anpassen: «Mehrere Kinder haben mir gesagt, sie bräuchten unbedingt Zahnputzgläser, um ihre Zähne richtig putzen zu können.» Der dreifache Familienvater schmunzelt. «Unterdessen sind alle Badezimmer entsprechend ausgestattet.»

Aussen zeigen sich die Häuser teils weiss verputzt, teils mit heimischer Lärche verschalt. «Die Holzverschalungen werden mit der Zeit nachdunkeln und sich so der traditionellen Architektur von Brigels anpassen.» Auch sonst bemüht sich das Resort um Dörflichkeit: Die Häuser platzieren sich locker um einen Teich, der im Winter zum Schlittschuhlaufen dient, im Sommer lockt der benachbarte Badesee, und ein Lädeli bietet das Nötigste. Der grösste Pluspunkt, gerade für Familien, ist neben dem hausinternen «Kids Club» jedoch die sich direkt ans Resort anschliessende Skischule mit diversen Anfängerliften. Eltern können ihre Kinder sozusagen vom Balkon aus im Auge behalten, wenn sie nicht selber auf die Ski steigen wollen. Die Talstation des Sessellifts, der die 50 Kilometer Skipisten von Brigels-Waltensburg-Andiast erschliesst, liegt ebenfalls nur ein paar Schritte entfernt. «Wer zu uns in die Ferien kommt, kann sein Auto während der ganzen Zeit stehen lassen».

Der Bau des «Pradas Resort», vom CS Hospitality Fonds mit rund 40 Millionen Franken finanziert, hatte im Vorfeld im Dorf grosse Wellen geworfen. Es sei aber nie darum gegangen, das bestehende Übernachtungsangebot zu konkurrenzieren, sondern zusätzliche Gäste zu generieren und so die Bahnen besser auszunutzen, sagt Beat Zenklusen. Dementsprechend sorgfältig habe man auch die Preise gestaltet. So können zwei Erwachsene mit zwei Kindern ausserhalb der Hauptsaison beispielsweise ab 1200 Franken eine Woche Skiferien machen. Der Resort- und Bergbahndirektor hofft auf zusätzliche 90000 Logiernächten. «Davon profitieren alle: die Bahnen, die Restaurants und Sportgeschäfte, der Beck, der Metz, der Volg, die Dorfchäsi.» Und natürlich auch die Skischule, die ihre bisher 130 Skilehrer um 20 weitere aufgestockt hat.

Das Konzept scheint aufzugehen: Beat Zenklusen meldet für die erste Februarwoche 2016 volles Haus. 96 Prozent der Gäste, darunter 196 Kinder, werden aus der Schweiz erwartet, davon 90 Prozent aus der Region Zürich. Was ihm am meisten freut: «99 Prozent unserer Gäste werden erstmals in Brigels in den Ferien sein». Der gebürtige Walliser hat übrigens selber 22 Jahren lang Ferien in Brigels verbracht, bevor er 2014 mit Frau und der jüngsten Tochter aus dem Zürcher Unterland nach Brigels zog, um die Leitung des Resorts und der Bergbahnen zu übernehmen: «Ein Traumjob, auch wenn mich meine Familie jetzt in Hochsaison nicht häufig zu sehen bekommt».

«Mein Dorf im Winter 2014/2015»: Beat Zenklusen präsentiert Brigels im Video auf freizyt.tv

Bilder: Almut Berger

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