16. März 2018

Superfood für Biene Maja und Co.

Mit den ersten milden Tagen tauchen auch die ersten Honig- und Wildbienen auf: Jetzt stehen Frühblüher wie Krokus und Tierlibaum hoch in Kurs!

Cornus mas respektive Tierlibaum
An diesem Tierlibaum kommt keine Biene vorbei!
Lesezeit 3 Minuten

Hast du gewusst, dass Hummelköniginnen bereits bei 2 Grad über null ausfliegen, um sich die durch den Winterschlaf verbrauchten Kalorien wieder anzufuttern? Auch Honig- und Wildbienen brauchen bereits im Vorfrühling dringend Nektar und Pollen für sich und ihren Nachwuchs.

Umso wichtiger ist es, dass wir Hummeln wie Bienen in unserem Garten den Tisch mit frühblühenden Pflanzen decken. Im Gegenzug werden sie dann im Vollfrühling Apfel- und Zwetschgenbaum, Johannis- und Heidelbeeristrauch bestäuben, was ein fairer Deal ist, wie ich meine!

Wertvoller Tierlibaum

Im meinem Garten ist es neben Schneeglöckli, Krokus und Christrose meist der Tierlibaum, der mit seinen goldgelben Blüten als Erster mit Nektar und Pollen lockt. Tierlibaum? So nennen wir bei uns im Zürcher Oberland die einheimische Kornelkirsche, bekannt auch als Cornus mas.

Tierlibaum wohl darum, weil dieser wirklich sehr frühe Vorfrühlingsblüher wie gesagt die ersten Insekten mit Superfood in Form von Nektar und Pollen beliefert. Im Laufe des Spätsommers beglückt er dann diverse Vogelarten mit seinen kirschgrossen und knallroten Früchten. Und nicht nur die: Tierlikonfi ist meiner Meinung nach etwas vom Feinsten, was sich aus Wildfrüchten herstellen lässt. Wenn auch das Entsteinen der Früchte zugegebenermassen recht mühsam ist.

Krokusse
Krokusse sind bei Mensch und Biene gleichermassen gern gesehen.

Doch zurück zum Vorfrühling. Neben der bereits genannten Kornelkirsche gibts noch diverse weitere Büsche und Sträucher, die um diese Jahreszeit bereits erste Blüten ansetzen: beispielsweise der Hasel und die Weide (was vor allem Pollenallergiker wissen), die Alpenjohannisbeere, die Felsenbirne, der rote Holunder oder auch die Schlehe, sprich der Schwarzdorn.

Hyazinthen und Tulpen locken auch auf dem Balkon

Biene Maja und Co. fliegen aber auch auf frühe Blumen: Dazu gehören neben den Christrosen, Winterlingen und Schneeglöckli die ersten Krokusse, Wildtulpen, Anemonen – sprich Windröschen –, Trauben- und Sternhyazinthen, Blausterne und die hübschen Schachbrettblumen.

Wer nur einen Balkon oder ein Fensterbrett zur Verfügung hat, findet jetzt in den Gartencentern diverse bereits vorgezogene Frühblüher – bei drohendem Nachtfrost empfiehlt es sich aber, diese jeweils an einem geschützten Ort zu deponieren, da sie anders als ihre abgehärteten Gartengspänli sonst möglicherweise erfrieren.

Christrose
Christrosen blühen je nachdem bereits im Dezember.

Mit dem Vollfrühling ist das Angebot an Nektar und Pollen dann dermassen gross, dass Bienen wie Hummeln aus dem Vollen schöpfen können: Neben den Obstbäumen blühen Raps und Akazien, und auch die meisten Sommerblumen im Garten werden von den Insekten fleissig angeflogen.

Angebot verlängern

Mit dem Spätsommer wird das Angebot aber bereits wieder spärlicher. Wer hier gegensteuern will, pflanzt Fetthennen und Schneebeeren. Auch Astilben und Funkien bekommen spät Blüten, genauso wie Astern, Chrysanthemen, Dahlien, Efeu (klein zwar, aber sehr ergiebig), Herbstanemonen, Phlox sowie Sonnenhut, Sonnenbraut und Sonnenblume.

Übrigens: Biene Maja und ihre Freunde mögens möglichst bequem und ziehen deshalb Blütensträucher und Stauden mit ungefüllten Blüten vor.

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