16. September 2017

Sturmfreiparty ohne Kater

Damit Teenagerpartys nicht aus dem Ruder laufen, müssen wichtige Punkte geklärt werden, unter anderem die Frage nach einer volljährigen Aufsichtsperson.

Teenager an einer Party
Partymachen soll Spass machen – Jugendlichen wie Eltern (Bild: Getty Images).
Lesezeit 3 Minuten

Für Teenager sind Geburtstagsfeste mit Kuchen und Spielen out, sie wollen ihre eigene coole Party veranstalten: Mit Freunden Musik hören, etwas trinken und einfach zusammen sein. Eltern jedoch stellt das vor ganz neue Sorgen: Unweigerlich drängen sich Bilder von ausser Rand und Band geratenen Feten auf, von hundert wildfremden Jugendlichen, die herbeiströmen und ungezügelt lärmen und trinken. Das ist vorgekommen. Und es verdirbt nicht nur Eltern die Laune, sondern den überrumpelten Jugendlichen das Fest.

Mit sorgfältiger Planung lassen sich Exzesse vermeiden. «Das A und O für ein gutes Gelingen ist, dass sich Eltern und Jugendliche miteinander absprechen», sagt Donat Richiger (33), Ressortleiter offene Jugendarbeit im Zentrum für Kind, ­Jugend und Familie in St. Gallen. Sind die Jugendlichen unter 16 sollten die Eltern mit­helfen, alle wichtigen Punkte zu bedenken: Streng genommen gelten sie als Mitgastgeber und haften sogar, wenn jugendliche Gäste eine Flasche Wodka aus ihrem Schrank leer trinken.

Richiger findet es dennoch wichtig, dass Jugendliche Erfahrungen mit der Partyorganisation machen dürfen. «Wenn ihnen Verantwortung übertragen wird, nützen sie die Freiheit weniger aus.» Viele seien ganz froh um Hilfe beim Planen. Das fängt schon bei der Frage an, wer auf welchem Weg eingeladen wird, und wie viele Personen. Dann ist wichtig, wo die Party stattfindet, wie lange sie dauert und wer die Aufsicht hat. «Das müssen nicht unbedingt die Eltern sein», sagt Richiger, «ein volljähriger Cousin beispielsweise wird oft als cooler und weniger störend empfunden.»

Eine erwachsene Aufsichtsperson ist auch aus rechtlichen Gründen angebracht, denn wer sich nicht an die Vorschriften hält, riskiert Polizeibesuch. «Wir rücken regelmässig wegen Lärmklagen aus», sagt Joel Meier (29), Jugendpolizist bei der Stadtpolizei St. Gallen. Ab 22 Uhr ist Zimmerlautstärke angesagt. Die ist für eine Horde ausgelassener Jugendlicher nicht einfach einzuhalten.

Auch punkto Alkohol nehmen viele die Regeln nicht so genau (siehe Tipps). Eltern sollten aber gerade hier genau hinschauen, sagt Meier. «Je mehr Alkohol im Spiel ist, desto mehr Gewalt, Lärm und Littering.» Auch Jugendarbeiter Donat Richiger weiss aus Erfahrung: «Sehr oft sind die Jugendlichen froh, wenn sie zwar eine ‹Sturmfreiparty› feiern dürfen, aber eine Notfallnummer haben für den Fall, dass diese eskaliert.»

Und ein kleiner Tipp von Jugendpolizist Meier für den Fall, dass er und seine Kollegen anrücken: «Wie man mit der Polizei redet, so kommt es zurück.» Heisst, dass man bei einer Lärmklage unter Umständen auch mit einer Ermahnung davonkommt. 

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