29. Juli 2013

Stehende und fliessende Gewässer fürs Stand-Up-Paddling

Welche Orte eignen sich für Anfänger und Fortgeschrittene, wo findet man zudem Brett-Vermieter oder Kursanbieter? Eine kleine Schweizer Übersicht für Paddling-Einsteiger.

Erlaubt ist der neue Trendsport Stand-Up-Paddling (abgekürzt: SUP), wie im Migros-Magazin vom 29. Juli 2013 bereits erwähnt, letztlich auf allen Gewässern, die sich nicht in Privatbesitz befinden. Bei letzteren handelt es sich ohnehin um zumeist sehr kleine Seen, die sich nur begrenzt für den Wassersport mit breitem SUP-Brett und Paddel eignen. Denn im Vergleich zu verschiedenen Boots- oder Surf-Aktivitäten bietet das SUP zwar eine geruhsamere Fortbewegung, wird es doch im Surfparadies Hawai und zunehmend anderen Wassersportdestinationen gewählt, wenn der Wind für eine Weile abflaut und der Mensch mit eigener Kraft nachhelfen muss. Dennoch: Etwas Platz erfordert es schon. Schliesslich entstammt das Stehpaddeln dem gängigen Mittel der Polynesier, um Fische zu fangen. Später auch, um von A nach B zu gelangen, wenn dies auf dem Landweg unmöglich oder noch umständlicher war.

Stand-Up-Paddling-Brett auf dem Schwarzsee
Ideale Bedingungen auch für Anfänger: Stand-Up-Paddling-Brett auf dem Schwarzsee. (Bild Marco Zanoni)

Doch nicht überall, wo es vom Gesetz her gestattet ist, macht das Paddling auch gleich viel Sinn und Spass. Erfahrenen SUP-Sportlern mit eigenem Material stehen einige Flüsse und unzählige Seen zur Verfügung. Doch insbesondere reissende Fliessgewässer, aber auch unruhigere Bergseen mit vielen Zu- und Abflüssen halten auch bei erfahrenen Paddlern die Freude in Grenzen. Bei Anfängern oder zumindest eher unerfahrenen Stehpaddlern empfiehlt sich die Wahl eines Sees mit bei üblichen Wetterbedingungen nicht zu viel Unruhe, vielleicht auch nicht zu viel Verkehr mit anderen Wassernutzern, und obendrein möglichst noch einem Verleih oder gar einer Schule für Anfängerkurse in nächster Nähe.

Was die Flüsse betrifft, sollten diese von Stand-Up-Paddling-Beginnern nur in Rahmen kundiger, möglichst professioneller An- und Begleitung in Angriff genommen werden. Ohnehin fallen oftmals reissende Fliessgewässer in Alpen und Voralpen schon aus der Entscheidung, was die Auswahl stark einschränkt.

Schweizer Seen

Wirklich geeignet sind:

Ägerisee:Der See im Osten von Zug eignet sich dank nicht zu viel Kursverkehr- und Sportbooten und einigen idealen Stellen zum Wassern sehr gut für SUP-Anfänger. An der Alten Landstrasse A3 in Oberägeri, praktisch direkt am See, gibt es einen auf Holz-Paddle-Boards (Hardboards) oder beweglichere Alternativen (inflatable SUP-Boards/iSUP) zum Testen, Mieten oder Kaufen spezialisierten SUP-Piraten-Shop.

Zürichsee: Weit länger und grösser, jedoch auch mit viel mehr Störpotential durch andere Seenutzer wartet der Zürichsee auf. Ideal sind hier mehrere Kursmöglichkeiten, weil so einerseits für die ersten Male die Sicherheitsfrage vom Anbieter mit berücksichtigt wird und andererseits für spätere individuelle Aktivitäten Regeln und Verhaltensweisen gezeigt werden. Die Ceccotorenas Wakeboardschule in Stäfa (Bahnhofstr. 2, ceccotorenas@indiana.ch ) bietet auf Voranmeldung Einzelkurse und stellt das Material, im Seebad beim Hafen Enge (Mythenquai 9, 044 201 38 89 / seebad@indiana.ch ) gibts daneben an vier Wochentagen auch Gruppenkurse.

Crestasee: Wer es zumindest am Anfang gern ruhiger, von Motorenlärm und -stress ungestörter und etwas alpiner hat und dafür auf ein grösseres Gewässer verzichtet und sich konsequent nach Schwimmern umsieht, ist auf dem ruhigen Badesee bei Flims ideal aufgehoben. Kontakt: der grosszügige Kiosk am Naturbad .

Walensee: Der Walensee ist bei nicht zu windigen Bedingungen (die allerdings nicht allzu selten sind) ebenfalls ein gutes Einstiegsterrain für seit kurzem SUP-Begeisterte. Kursanbieter bei Stand Up Walenstadt am Höhenweg 88 ist Thomas Zogg ( www.facebook.com/standup.walenstadt ).

Murtensee: Dank der geringeren Fläche und den benachbarten Neuenburger- und Bielerseen lohnt sich in der Dreiseenregion primär ein Start auf dem Murtensee. Von Nant beim Vully-Hügel erleichtern Kurse der Seeland-Stand-Up-Schule den Einstieg, Miet- und Testgelegenheiten für den Paddle-Untersatz inklusive (Kontakt: info@seelandstandup.ch ).

Lago Maggiore: Wer den grossen See schätzt, sich vorab über die für Anfänger sinnvollen SUP-Bereiche informiert und eine grosse Wassersportszene mit etlichen verschiedenen Sportarten schätzt, startet sein Stehpaddeln-Abenteuer am Langensee, genauer in Tenero östlich von Locarno. Für ein breites Materialangebot sowie Kontakte zu Kursanbietern sorgt Watersports Tenero .

Vierwaldstättersee: Nochmals ein so grosses wie bekanntes Gewässer, mit je nach Arm respektablem Boots- oder Kursschiffverkehr. Wir empfehlen hier den Start bei der neuen SUP-Mietstation im Strandbad Cholplatz wie Gersau (bei Beate Weber).

Die Flüsse

Die Aare bei Bern:

Der Flusslauf vor und bei Bern (etwa Hinterkappelen bis Neubrücke) ist keineswegs harmlos, doch wartet mit Aare-SUP ein kompetenter Partner für (dringend anzuratende) Kursmöglichkeiten und breites Materialangebot. Anfänger können sich vorab für die ersten Paddelzüge beim gleichen Anbieter auch auf dem Wohlensee versuchen.

DREI TIPPS FÜR DEN START

Sie ersetzen keineswegs den Kurs, die Beratung oder Begleitung, erleichtern aber etwas die ersten Versuche, will man sich allein zum Beispiel auf dem Crestasee aufs Wasser wagen:
A. Lassen Sie sich speziell ausserhalb von Kursen bei der Wahl des Mietboards beraten. Je nach Grösse, Gewicht und Beweglichkeit benötigt man ganz unterschiedliche Geräte.
B. Möglichst anfangs nie mit Windunterstützung rauspaddeln, schon gar nicht zur Erleichterung auf dem Board liegend! Man riskiert, wegen dem Wind, Unerfahrenheit und untrainierten Muskeln mitten auf dem See um Hilfe rufen zu müssen. Besser ist es, zuerst gegen den Wind hinauszupaddeln und bei Bedarf schneller wieder an Land zu kommen.
C. Probieren Sie vorab bei eher windarmen Verhältnissen und wenig störenden Booten oder Schwimmern verschiedene Positionen auf dem Brett aus. Einige Wasserlandungen gehören einfach dazu. Bleiben Sie also nicht auf Sicherheit bedacht bocksstill stehen. Nicht nur lernen SIe so kaum etwas, zudem benötigt dieser Sport einfach Bewegung: Auch auf dem Velo kippen Sie schliesslich bei unter 6 oder 5 km/h einfach um...

Bilder: Marco Zanoni

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