24. Januar 2018

Steckhölzle

Wer jetzt Steckhölzer schneidet, kommt mit wenig Aufwand und null Kosten zu neuen Sträuchern.

Steckhölzer
Das A und O beim Steckhölzle: immer wissen, wo oben und wo unten ist.
Lesezeit 2 Minuten

Ich denks immer wieder: Die Natur ist schon eine clevere Angelegenheit! Da schneidet man sich ein paar Zweige von seinem Lieblingsstrauch ab, kürzt sie ein, steckt sie in die Erde und harrt der Dinge, die da wachsen werden. Mit etwas Glück eine richtiggehende Strauchplantage.

Was so einfach tönt, ist tatsächlich so einfach, vorausgesetzt, du hältst dich an ein paar Regeln:

Und so gehts:

* Der Steckholzschnitt erfolgt im laublosen Winterzustand – also beispielsweise jetzt, vorausgesetzt, deine Lieblingssträucher sind nicht grad tiefgefroren oder stecken in einer Schneeverwehung.

* Als Material dienen gesunde und kräftige, verholzte Triebe vom Vorjahr.

* Geschnitten wird jeweils unter und über einer Knospe. Jedes Steckholz sollte mindestens zwei, noch besser drei oder vier Knospen aufweisen.

* Mit den Massangaben «bleistiftdick» und «bleistiftlang» bist du auf der sicheren Seite.

* Merke dir unbedingt, wo oben und wo unten ist. Es wäre schade, wenn deine zukünftige Strauchplantage an diesem Anfängerfehler scheitern würde. Am besten schneidest du den unteren Teil sprich die Basis schräg ab, das hilft übrigens auch beim Anwachsen.

* Gesteckt wird in Gefässen mit rund 30 Zentimeter Tiefgang. Diese werden mit einer Fifty-fifty-Mischung Sand und Gartenerde befüllt. Anschliessend steckst du die Stecklinge so tief in das Gemisch, dass bloss noch etwa ein Drittel oben rausschaut. Ein Abstand von jeweils fünf Zentimetern reicht.

* Erde gut andrücken und die Gefässe in einem hellen und kühlen Raum deponieren. Die Sand-Erde-Mischung immer leicht feucht halten. Wer ein Frühbeet sein Eigen nennt, kann dieses zur Babystube ernennen, muss aber in Kauf nehmen, dass es bis in den Frühsommer hinein mit dem Nachwuchs belegt ist.

* Treiben die Stecklinge erste Blätter, hast du alles richtig gemacht. Trotzdem musst du dich noch ein wenig gedulden, bis der Nachwuchs im Garten ausgepflanzt werden darf: Bis sich genug Wurzeln gebildet haben, wird es Frühsommer.

Und jetzt noch die Antwort auf die Frage, welche Sträucher sich so vermehren lassen: Am erfolgversprechendsten sind alle Arten von schnell wachsenden Blütensträuchern. Also beispielsweise Bauernjasmin oder Pfeifenstrauch, Deutzie oder Sternchenstrauch, Forsythie, roter und gelber Hartriegel oder Cornus, Hasel, Kolkwitzie oder Perlmutstrauch, Sommerflieder, (Duft)Schneeball und Weigelia.


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