11. September 2017

So sorgte Dutti für Bewegung

Kaum jemand weiss heute noch, dass die Migros Anfang der 50er-Jahre eine eigene Taxiflotte hatte. Gottlieb Duttweiler wollte damals die Fahrpreise für alle erschwinglich machen.

Angriff auf hohe Tarife: günstige Migros-Taxis im Jahr 1951. Quelle: MGB-Archiv
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Vier brandneue Taxis der englischen Marke Vauxhall schwärmen in Zürich aus, um Kunden abzuholen. Die Wagen sind in leuchtendem Gelb und Blau lackiert, und sie gehören schon bald zum Strassenbild: 1951 sind insgesamt elf der auffälligen Fahrzeuge in der Stadt unterwegs; ein Jahr später ist ihre Zahl auf 40 gewachsen. Fahrten in den zweifarbigen Taxis sind deutlich günstiger, als es sonst in der Branche üblich ist.

Hinter der neuen Flotte steht eine Taxigenossenschaft, mit der Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler die Branche beleben und die Fahrpreise für alle erschwinglich machen will: Sein erklärtes Ziel ist es, dass sich auch «der kleine Mann von der Strasse» ab und zu ein Taxi leisten kann.

Schliesslich besassen in den 50er-Jahren noch viel weniger Schweizer ein eigenes Auto, und auch das Netzwerk der öffentlichen Verkehrsverbindungen war weniger engmaschig. Taxifahrten unternahm man damals also nicht nur aus Bequemlichkeit, sondern oft weil es keine Alternative gab.

Gottlieb Duttweilers Initiative brachte Bewegung in die Zürcher Taxibranche: Die Tarife sanken um 30 Prozent. Die Migros zog sich später nach und nach wieder aus dem Taxigewerbe zurück; ihre Vauxhall-Flotte verkaufte sie teilweise an die Konkurrenz. Doch sein Ziel hatte Dutti erreicht: Taxifahrten waren nun erschwinglicher.

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