06. Juni 2016

So klappts mit dem Hochbeet

Hochbeete sind der letzte Schrei. Mit diesen Tipps kannst auch Du erfolgreich in der Höhe pflanzen und ernten.

Hochbeet
Palettenrahmen sind ein einfache und günstige Möglichkeit hoch zu beeten.

Ein Hochbeet definiert sich – nomen est omen – über eine erhöhte Arbeitsfläche mit senkrechten Wänden. Anders als beim ebenerdigen Gartenbeet entfällt dadurch ein mühsames Bücken. Um optimale Arbeitsbedingungen zu schaffen, ist es ratsam, die Höhe des Hochbeets dem Gärtner, der Gärtnerin anzupassen. Wer stehend gärtnern will, tut das auf einer Höhe zwischen 80 und 100 Zentimeter. Wer lieber sitzt, wählt eine Hochbeethöhe von 40 bis 50 Zentimetern.

Gross, grösser, schwer?

Wie gross soll das Hochbeet sein? Damit Häckerle, Giessen und Ernten möglichst leicht von der Hand gehen, ist eine Breite von bis zu 160 Zentimetern optimal – vorausgesetzt, das Beet ist von beiden Längsseiten aus erreichbar. Sonst halbiert sich das Ganze auf maximal 80 Zentimeter. Die Länge des Hochbeets hängt vom vorhandenen Platz ab. Praktisch sind beispielsweise die hölzernen Palettenrahmen der SBB mit 80 x 120 Zentimeter, die man im Prinzip endlos aneinanderreihen kann. Der Handel bietet neben hölzernen auch diverse Modelle aus Metall, Kunststoff oder Stein an.

Palettenrahmen
Palettenrahmen haben eine gäbige Grösse.

Ein kleiner Gedankenanstoss für Balkon- und Dachterrassengärtner: Befüllte Hochbeete können sehr rasch sehr schwer werden. Mal abgesehen davon, dass das ganze Material irgendwie in den 3., 4., 5. Stock muss. Wer wenig Platz hat, kann sich auch ein mobiles Hochbeet auf Rollen anschaffen. Doch Achtung: Da dieses meist nur mit einer niedrigen Substratschicht befüllt werden kann, ist es für tiefwurzelnde Pflanzen und Starkzehrer weniger geeignet.

Wann loslegen?

Am besten wird ein Hochbeet im Frühjahr oder Herbst angelegt. Dann fallen im Garten die meisten natürlichen Abfälle wie Äste, Rasenschnitt oder sonstiges Grüngut an, die es zum Befüllen braucht. Das Beet wird wegen der optimalen Sonneneinstrahlung idealerweise in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet. Ein feinmaschiges Drahtgeflecht am Boden schützt, so nötig, vor Wühlmäusen.

Grünabfälle im Hochbeet
Gartenabfälle fallen vorallem im Frühling und Herbst an: der beste Zeitpunkt zum Befüllen.

Ich werde immer wieder gefragt, ob ich meine Palettenrahmen mit Folie auskleide, damit sie weniger rasch faulen. Nein. Denn erstens halten die Rahmen auch so gegen zehn Jahre, und zweitens bin ich dafür einfach zu – faul. Immerhin bocke ich die Ecken jeweils auf Backsteine auf.

Wie schichten?

Füllen kann man das Beet entweder nur mit Erde (dann verzichtet man auf die Abwärme durch die Verrottung und den Düngeeffekt) oder mit Gartenabfällen sprich Biomasse. Diese werden geschichtet, und zwar so, dass das Füllgut nach oben hin immer feiner wird.

Je nach Materialanfall kann der Aufbau eines Hochbeetes in etwa so aussehen:

1. Die unterste Schicht bilden grobe Äste, Zweige, Strauchabfälle. Diese ersten rund 30 Zentimeter sorgen für eine gute Belüftung.

2. Anschliessend folgt eine Schicht aus Rasensoden, Grasschnitt, Stroh und/oder Pappkarton. Diese wird festgedrückt und mit gehäckselten Strauchschnitt, Laub, Grünabfälle und/oder verrottetem Stallmist aufgestockt.

3. Nun folgt eine weitere Schicht von ca. 20 Zentimeter mit Grobkompost.

4. Das Finish macht eine rund 20 Zentimeter dicke Schicht aus Universal-Gartenerde oder fertiger Komposterde.

Innerhalb eines Jahres sackt der Inhalt des Hochbeetes um bis zu 20 Zentimeter zusammen. Dementsprechend muss in jedem Frühjahr mit Gartenerde nachgefüllt werden.

Hühnermist im Hochbeet
Meerschweinchen? Hühner? Hasen? Ihr Mist ist eine Bereicherung fürs Hochbeet.

Wie einige von Euch bereits wissen, befülle ich meine Hochbeete jeweils den Winter über mit dem anfallenden Mist unserer zwei Hasen und drei Hühner. Im Frühling ebne ich den Mist dann ein und deckle ihn mit einer rund 20 Zentimeter dicken Schicht Gartenerde oder auch Feldkompost. Anschliessend pflanze ich wärmeliebende Starkzehrer wie Zucchetti und Butternusskürbisse.

Was pflanzen?

Durch die Verrottung der organischen Materialien im Innern des Hochbeets entsteht wie gesagt Wärme. Diese begünstigt das Wachstum wärmeliebenden Gemüses wie Zucchetti, Kürbisse und Tomaten. Andere Sorten, die sich im frisch angelegten Hochbeet wohlfühlen, sind Gurken, Karotten, Busch- und Stangenbohnen, aber auch Kohl, Lauch und Sellerie. Schwachzehrer wie Spinat oder Salat sind dann im Folgejahr an der Reihe. Der Anbau in Mischkultur fördert das Pflanzenwachstum und hilft gegen starken Schädlingsbefall. Höher wachsende Sorten werden stets in der Mitte des Beets gepflanzt. So stehen sie den niedrig wachsenden nicht in der Sonne.

Zucchetti im Hochbeet
Zucchetti sind Starkzehrer. Und kommen drum zuerst ins frisch angelegte Hochbeet.

Das Hochbeet kann in heissen Sommermonaten sehr rasch austrocknen und muss deshalb regelmässig gegossen werden. Gegen ein Austrocknen hilft auch eine Mulchschicht, beispielsweise aus Rasenschnitt. Wer sein Hochbeet mit einer Abdeckung beispielsweise aus Acrylglas versieht, kann es bereits im Februar als Frühbeet für erste Salate nutzen.

Noch eine kleine Anmerkung zum Schluss: Anders als oft kolportiert, erklimmen Schnecken die Wände von Hochbeeten spielend. Wer auf der sicheren Seite sein will, befestigt einen abgewinkelten Schneckenzaun oder ein Kupferband am Kistenrand.

Fotografin: Almut Berger

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