19. März 2018

So geht Steuern sparen

Ich wusste gar nicht, dass man mit Homeoffice Steuern sparen kann. Da die Frist zum Einreichen der Steuererklärung näher rückt, gibts hier ein paar Steuerspartipps. Gutes Sparen!

Milkshake mit Topping
Bei Milkshake-Toppings sollte nicht gespart werden, so viel steht fest. Bei den Steuern lohnt es sich aber durchaus, den Sparstrumpf anzuziehen (Bild: unsplash.com).

Google findet ungefähr 4 200 000 Ergebnisse, wenn man «Steuern sparen» eingibt. Am 10. März wurde der Suchtermin allein in der Stadt Zürich 100-mal eingegeben, I'm not alone.

Als Studentin mit Teilzeitarbeitspensum oder bescheidenen Praktikumslöhnen habe ich früher richtige Steuerschnäpplis gemacht. Heute grauts mir jeweils schon zünftig, wenn ich das Couvert vom Zürcher Steueramt im Briefkasten liegen sehe. Manchmal mache ich den Briefkasten nochmals zu, kneife meine Augen zusammen und wünsche mir ganz fest, dass sich beim erneuten Öffnen des Briefkastens das Couvert in Luft aufgelöst hat. Hat bisher leider aber noch nie geklappt. (Aber Whitney Houston hat doch auch immer gesungen «There can be miracles when you believe» - leider: it can't.)

An den Steuern komme ich also nicht vorbei. Und jetzt ists wieder mal so weit. Das Märzende naht. Ich weiss gar nicht, wieso ich mit dem Ausfüllen und Einreichen der Steuererklärung jeweils so lange warte. Vielleicht summt mein Unterbewusstsein ja doch irgendwie Whitney's Song weiter und glaubt bis zum bitteren Ende an ein Miracle. Wer weiss. Jedenfalls ist jetzt der Moment gekommen.

Früher hat sich mein Neni, pensionierter Steuerkommissär, leidenschaftlich gern mit meinen Einkommen, Abzügen und Wertverzeichnissen herumgeschlagen. Da ich seine Vorgänge nicht immer vollständig nachvollziehen konnte (ups!), nehme ich das jetzt mal wieder selbst in die Hand. Als Memo an mich und euch habe ich ein paar Steuerspartipps zusammengetragen. Die Tipps richten sich an Leute wie mich, die weder Haus noch Wertschriftenportfolio besitzen und noch nicht pensioniert sind.

  • Spart zwar kein Geld, aber Zeit: Alle Belege, Bescheinigungen, Bankabzüge, Lohnausweise etc., in einem Mäppli aufbewahren. Am besten in einem knallpinken mit fetter Aufschrift «UNBEDINGT AUFBEWAHREN. AUCH BEI EINEM ANFALL DES HARDCORE-AUSMISTENS NICHT ENTSORGEN!» Hier gibts eine Liste mit den wichtigsten Belegen, die ihr aufbewahren sollt.
  • Sparen mit 3. Säule: In meinem Vorsorge-Artikel habe ich bereits beschrieben, dass Einzahlungen in die Säule 3a vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden können. Darum: eröffnen und loslegen! Wie viel ihr mit der dritten Säule spart, könnt ihr hier berechnen.
  • Gutes tun und sparen: «Spenden an Organisationen, die öffentliche oder ausschliesslich gemeinnützige Zwecke verfolgen, können von den Steuern abgezogen werden. Die Zuwendungen sollten total nicht mehr als 20 Prozent des Nettoeinkommens betragen» (comparis.ch).
  • Earlybirds: «Wer im Voraus Steuerbeiträge bezahlt, wird in der Regel mit einem Vorzugszins belohnt. Denn je nach Kanton verrechnet die Steuerverwaltung einen Zins für vorzeitig einbezahlte Steuern. Diese Zinsen sind meist höher als die von den Banken bezahlten Zinsen» (cash.ch).
  • Abzug fürs Homeoffice: Das ist mir völlig neu: «Bei regelmässiger Arbeit zu Hause ist ein Abzug für das Arbeitszimmer zulässig, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind: Die Arbeit im Büro muss z.B. aufgrund des langen Arbeitswegs (Faustregel: mehr als eine Stunde), fehlender Ruhe oder fehlendem Arbeitsplatz unzumutbar sein, es muss ein wesentlicher Teil des Gesamtpensums sein (meist 40 Prozent), es braucht einen spezifisch eingerichteten Raum, der ausschliesslich als Arbeitszimmer dient. Wer diesen Abzug geltend macht, verzichtet im Gegenzug auf die Berufsauslagenpauschale, darf dafür aber alle weiteren Berufsauslagen für Computer, Fachzeitschriften, Telefonate sowie anteilige Nebenkosten für Heizung, Reinigung und Beleuchtung des Arbeitszimmers geltend machen» (cash.ch).
  • Umziehen: Mit dem Ortswechsel lässt sich so einiges sparen. Ob das allerdings immer sinnvoll ist, sei dahingestellt. «Beispielsweise der Umzug von der Stadt Zürich nach Zug bringt eine Reduktion der Steuerbelastung von fast 40 Prozent. Wichtig: Wer im Lauf eines Jahres in einen anderen Kanton wechselt, wird für das ganze Jahr vom Steueramt des neuen Wohnorts veranlagt» (cash.ch).
  • Mehr Antworten zu Fragen rund um Steuerabzüge liefert jedes kantonale Steueramt. Hier gehts zur Website des Kantons Zürich.

So, jetzt sollte ich parat sein fürs Ausfüllen der Steuererklärung. Hoffen wir mal, dass ich in meinem pinken Mäppli alle Belege finde ...

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