08. August 2017

So geht Musikhören 2017

Was tun, wenn CD- und Kassettenspieler fehlen? Drei Empfehlungen, wie deine Kinder trotzdem etwas auf die Ohren kriegen.

Musikhören geht 2017 anders
Musikhören geht 2017 anders (Bild: Pixabay).
Lesezeit 3 Minuten

Liebes Mami, lieber Papi

Du musst jetzt ganz stark sein: Würdest du deinem Kind eine Musik-CD oder sogar ein Kassettli kaufen, wäre das, wie ihm Latein beizubringen oder zu erklären, wann die nächste Postkutsche in die grosse Stadt fährt. Es ist zwar schon nett, etwas in der Hand zu halten ... aber dazu gehören im Jahr 2017 weder CDs noch Kassettli. Verbanne also die Abspielgeräte dafür aus deinem Haushalt und zeige deinem Kind, wie cool Musikhören heute sein kann.
Meine drei Vorschläge sind:

1. Beim Streamen geht die Post ab

Warum kaufen, wenn man auch mieten kann? Ein Spotify-Familienabo kostet rund 20 Franken im Monat und kann von fünf Personen im gleichen Haushalt genutzt werden. Die Auswahl ist wie bei der ähnlich teuren Konkurrenz (Amazon, Apple, Google) unschlagbar: Verfügbar ist nicht nur Musik für die Eltern (aus den 80ern und so), sondern auf für Teenies, Kleine und ganz Kleine. Nebst Schweizer Kindermusik wie von den Schlieremer Chind, Dieter Wiesmann, Bruno Hächler oder Marius und die Jagdkapelle gibts auch Hörspiele wie Globi, TKKG oder «Die Drei ??? Kids». Gehört wird Spotify entweder direkt vom Smartphone, Tablet oder über einen drahtlos angeschlossenen Lautsprecher wie zum Beispiel JBL Playlist.

2. Wie oldschool, nur richtig

Der Hörbert ist ein MP3-Spieler für Kinder. Das in robuste Holzverschalung gekleidete, etwa 260 Franken teure Gerät sieht aus wie ein altes Radio. Nur lässt es sich auch von Kinderhänden rumtragen und ganz leicht bedienen. Rumdrücken ist ausdrücklich erwünscht: Es gibt nur einen Ein- bzw. Ausschalter, Lautstärkeregler und neun farbige Knöpfe, um das gewünschte Lied auszuwählen. Absolut zwillingstauglich. Die mitgelieferte SDHC-Speicherkarte ist bereits mit Musik und Hörspielen gefüllt. Um eigene Titel hinzuzufügen, muss der Hörbert aufgeschraubt werden, die Karte entnommen und in einen PC oder Mac gesteckt werden. Hierfür wäre eine etwas modernere Lösung wünschenswert gewesen – doch die hätte mutmasslich der Optik des Hörberts geschadet. Cool: Die für den «Musiktransfer» nötige Software ist bereits auf der Karte vorinstalliert. Sie hilft auch dabei, die erwähnten Knöpfe zu programmieren und mit der eigenen Musik zu belegen.

3. Figürli sind die neuen Kassettli

Ein richtiger Zauberwürfel ist der Tonie für 100 Franken. Von sich aus macht der zwar keinen Mucks, erst witzige Figürchen – im Startpaket ist ein Löwe dabei – entlocken dem in farbigen Schaumstoff gehüllten Gerät die richtigen Töne. Es genügt, die Figur auf den Tonie zu stellen, und schon spielt dieser ab, was auf dem Tonträger gespeichert ist. Zur Steuerung gibts weder Rädchen noch Knöpfe. Ein kräftiger Klaps auf die linke Seite des Geräts, und es springt zum nächsten Titel. Einmal kräftig an den Ohren ziehen, stoppt die Wiedergabe. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Die knapp zweijährigen Zwillinge haben nach kurzer Zeit verinnerlicht, wie sie den Tonie behandeln müssen, damit der macht, was sie wollen. Frische Musik gibts auch: Entweder Eltern kaufen fixfertig bespielte Figürchen wie zum Beispiel «Benjamin Blümchen», «Bibi Blocksberg» oder «das Sams». Als Alternative dazu gibts den «Kreativ-Tonie», der drahtlos vom PC oder Smartphone aus mit eigener Musik im MP3-Format bestückt werden kann.

Fazit: 1, 2 oder 3?

Etwas plakativ formuliert: 1 + 2 = 3. Der Tonie vereint das Beste aus zwei Welten: Eine absolut kinderfreundliche Bedienung, verpackt in eine unkaputtbare Schaumgummihülle. Es könnte einfacher nicht sein, Musik auf einen Kreativ-Tonie zu spielen oder dem Lieblingsmärchen der Kinder ein Gesicht zu geben, mit dem sie spielen können. Das spricht nicht gegen den Hörbert, auch der kam bei meinen Zwillingen gut an – allerdings nur bis der Tonie ins Haus geflattert kam. Doch ihr heimlicher Favorit ist Spotify: Nur dort gibts immer die Musik, sie sie gerade hören möchten. Und das – alle Eltern wissen es – ist sehr, sehr wichtig.

Und egal wofür du dich entscheidest, liebes Mami, lieber Papi, es ist in jedem Fall besser als ein CD- oder ein Kassettenspieler. Das musst du zugeben.

Herzlich, dein Reto

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